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Art Laboratory Berlin PDF Drucken

Art Laboratory Berlin - Zeitexperimentelle Kunst

Kunstszene im Wedding birgt spannenden Projektraum

Noch ist "Art Laboratory Berlin" ein Geheimtipp. Kunst, Medien, Naturwissenschaften, Technik: hier finden sie eine interdisziplinäre Schnittstelle und multimediale Plattform. Kein Zweifel, dieses Labor öffnet die vielschichtigen Aggregatzustände zeitgenössischer Kunst. Von Irmgard Berner

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Berlin, Mai 2008 Die rosa Fassade des Hauses Prinzenallee 34 fügt sich in das frische Grün der aufplatzenden Knospen an den Akazienbäumen. Unscheinbare Ladenfenster, keine werbenden Bilder oder schrillen Töne locken, sondern schwarze Abhänge verbergen den Blick in das Innere des Projektraumes. Die Eingangstür steht weit offen an diesem sonnigen Mainachmittag. Drinnen zirkulieren Geräusche, flackern Leuchtbilder, der Video-Beamer brummt in schläfriger Monotonie. Die Müdigkeit dieses ersten Frühlings-Nachmittags ist eine Täuschung, die Fata Morgana im geblendeten Auge entpuppt sich als multimediale Kunstschau und saugt den Betrachter in eine sonst verborgene Innensicht, gibt ihm Einblicke in medizinische Forschungslabors.

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Frösche mit langen Krallen schweben scheinbar leblos in sechs hohen Reagenzgläsern, überraschen aber mit plötzlich heftigen Bewegungen in der transparenten Flüssigkeit. Das bläuliche Licht von Neonröhren simulieren das Schimmern tiefer Gewässer in dem abgedunkelten Raum. Die Labortiere leuchten indes auch von innen, ein Leuchten, ausgelöst von fluoreszierender DNA anderer Lebewesen, die den Kaulquappen in einem wissenschaftlichen Versuch an der Moskauer Akademie der Wissenschaften injiziert wurden. Hinter diesem Experiment steht die Absicht, die Froschgene so zu manipulieren, dass sie das Erbgut des Selbstleuchtens etwa von Tiefseefischen übernehmen.

In der Ausstellung „Senses Alert“ zeigt der russische Künstler und Kunsttheoretiker Dimitrij Bulatov das Scheitern dieses Versuches: Die Krallenfrösche leuchten gerade mal bis zur vierten Generation, danach ist das Gen unwirksam, die künstliche Manipulation fehlgeschlagen. In Textanalysen reflektiert er kritisch diese und weitere biologische Technologien, ihre Entwicklung und Verwendung in der heutigen Gesellschaft und in der zeitgenössischen Kunst. Bulatov begleitete die Biogenetiker in den Forschungslaboren der Moskauer Akademie alleine für dieses Experiment von 2001 bis 2004. In seinen Publikationen, die er in einer Installation über Video-Beamer dem Publikum zeigt, lässt er Kunsttheoretiker wie Boris Groys zu Worte kommen.

Raum für ästhetische Reflexion

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Die Schau ist Teil I des Projektes Kunst und Naturwissenschaft in Art Laboratory Berlin und steht exemplarisch für die Grundsätze der Projektraumbetreiber. Denn diese Forschungsschnittstelle zeigt zeitgenössische Kunst in einer interdisziplinären Plattform. Das Konzept stammt von den Kuratorinnen und Kunsthistorikerinnen Sandra Frimmel und Regine Rapp und dem Künstler Christian de Lutz . Sinngemäß und dem internationalen Kontext geschuldet, nennen sie ihren Projektraum Art Laboratory Berlin.

Die Ausstellungen sind themenbezogen: Kunst und Musik, Kunst und Text oder Kuratoren von Ost- aus Mitteleuropa hießen die Projekte und wechselnden Präsentationen seit 2006. Kunst und Naturwissenschaft II ist als nächstes geplant. Sie „fördern im Rahmen der Ausstellungspraxis den Kontakt zwischen Publikum und KünstlerInnen“ sagt Regine Rapp. Gespräche mit den ausstellenden KünstlerInnen, themenrelevante Vorträge, Filmvorführungen und Kuratorengespräche ergänzen das jeweilige Ausstellungsprojekt.

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Rapp, Frimmel und de Lutz engagieren sich persönlich in der Kunst-Vermittlung. An diesem Nachmittag führt Regine Rapp durch die Ausstellung. Die gemeinsame Betrachtung eines alten Schwarz-Weiß-Videos in einer Mülltonne – Teil der Installation von Dimitrij Bulatov - eröffnet gleichermaßen den Blick in die Tiefen des Archivs der Moskauer Wissenschafts-Akademie. Was wie der Avant-Garde-Tanz einer Choreographie aus den Zwanziger Jahren anmutet, entpuppt sich als Filmaufnahme aus der Krankenzelle einer Schizophrenen. Ästhetisierung von wissenschaftlichen Experimenten - hier finden Kunst und Naturwissenschaft zu einer fruchtbaren Synthese.

 

 

 

Photos: Irmgard Berner / nurart

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Art and Science I / Kunst und Naturwissenschaft I

„Senses Alert", Dimitrij Bulatov

until May 4th 2008 Art Laboratory Berlin

 

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www.artlaboratory-berlin.org

Location:

Art Laboratory Berlin
Prinzenallee 34
13359 Berlin

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Sa-So 14-18h
und nach Vereinbarung
+49/(0)173/621 6347

 


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