nurart.org


MAGAZIN
RUBRIKEN
FORUM
SEARCH
Neueste Beiträge
CB Login
JoomlaStats Activation
Yishay Garbasz in Cicero Galerie PDF Drucken

"Die Bilder sind meine Gedanken"

Die Fotografien von Yishay Garbasz dokumentieren auf unprätentiöse Weise und detailgenau den Bau und Verlauf des israelisch-palästinensischen Sperrzaunes. Der Bau des Trennungszaunes und ihre offensichtlichen ökonomischen und humanen Konsequenzen werden als zu reflektierende Phänomene aus der Distanz im Bild festgehalten. Der raumgreifende Blick bewertet nicht, sondern gibt der Realität des Trennstreifens ein Abbild. 

Cicero-Galerie für politische Fotografie - Interview mit Yishay Garbasz
"The Fence" von Yishay Garbasz

Click image to open!


 
Click image to open!
Click image to open!
ImageWann sind Sie nach Israel gekommen, um an dem Projekt über die Sperranlage zu arbeiten? Wie lange hat Sie das Projekt in Anspruch genommen?
Ich habe in vier verschiedenen Phasen gearbeitet: Mein Mentor Robert Polidori, als mein ehemaliger Chef und Lehrer sagte mir, wenn du nach Israel gehst, versuche mehr vom Zaun zu zeigen, als wir gewohnt sind, zu sehen. Er sagte: „Du bist Israeli, du solltest ein paar gute Bilder machen.“ Also bin ich losgezogen, um zu schauen, was es dort zu sehen gab. Die meisten verherrlichen oder verleumden die Mauer. Ich habe deshalb versucht, damit sorgsam umzugehen. Es ist nicht wirklich eine Mauer. Es ist tatsächlich einfach ein Zaun. Zu großen Teilen. Es ist eine Barriere. Von den elf verschiedenen Typen sind die meisten Barrieren, einige wenige Mauern. Es gibt drei verschiedene Arten von Betonmauern. Die am meisten in der Presse reproduzierte ist die der großen Betonmauer, die sie allen zeigen. Die längsten Abschnitte bestehen allerdings aus Zäunen. Es gibt einen Zwei-Schicht-Metallzaun, der in der Mitte von einer Patrouillenstrasse durchzogen wird, als eine Art Pufferzone. Der Zaun, den man aus den Medien kennt, befindet sich in einem Gebiet, das bequem zu erreichen ist, um Fotos zu schießen…Es ist nur fünf Minuten mit dem Taxi vom „American Colony Hotel“ entfernt. Du kommst raus. Baust auf, und dann sind ein paar Kinder da, die für dich posen. Und schon hast du dein gutes Bild. Du steigst wieder ins Taxi und fährst zurück ins Hotel. Was ich mache, ist nicht so leicht. Ich gehe dorthin, wo keiner hingeht. Für Newsweek bin ich losgefahren und habe mit ein paar Dorfeinwohnern gesprochen, habe mit ihnen Kaffee getrunken und habe so die Gegend kennen gelernt. Die Dorfkinder kamen aus ihren Häusern und haben ihre einstudierten Szenen gezeigt - Steine werfen und sich dabei immer weiter auf die Strasse zu bewegend. Das ist gut für die Fotografen. Du bekommst eine Aktion, und das lässt sich verkaufen. Die Kinder sind aufgeregt und beginnen solche Sachen zu machen. Sie beginnen Steine zu werfen und marschieren los. Menschen werden getroffen. Dann kommt die Polizei und die Soldaten, die in die Luft und Tränengas in die Menge schießen…das ist ein brutales Ereignis. Aber das ist alles aus dem Nichts heraus.

Ist das die Realität oder ist es gestellt?
Ich merke, viel von dem, was man sieht, ist verdreht und verzerrt. Das war ein Ereignis, das aus dem nichts kam. Und das ist der Grund, warum ich auf meine Weise arbeite. Ich arbeite nicht wie diese Leute. Ein anderes Mal sollte dort eine gewaltige Demonstration stattfinden, aber es gab nichts zu sehen. Das war nach einem Entscheid aus Den Haag über die Barriere, ob sie gut oder schlecht sei. Alles war bereits geplant für die Demonstration, um die große Wochenendausgabe zu füllen. Ein Typ gerät aber nicht in Panik. Alle anderen greifen zu ihren Mobiltelefonen, um herauszufinden, wo sich etwas ereignet, was die Blätter füllen könnte, die bereits für die Nachrichten reserviert wurden. Mein Projekt ist anders. Das ist Fotografie zum Anschauen. Absolut zu unterscheiden von den anderen. Ich brauche keinen Skandal. Meine Fotos haben damit nichts zu tun. Ich suche nicht danach. Schau dir meine Bilder an. Sie sind alle ruhig. Da geht es nicht darum, jemandes Aufmerksamkeit für 30 Sekunden auf sich zu ziehen. Ich habe gesehen, dass es sich bei dieser riesig medial überhöhten Mauer nicht um eine Mauer handelt. Es ist ein Zaun. Ich habe elf verschiedene Zauntypen gezählt. So lernen wir Dinge - indem wir sie abschreiten. So einfach sind die Dinge nicht? Doch, in Wirklichkeit sind die Dinge sehr einfach. Du gehst los und läufst herum. Du lernst, während du gehst. Zumindest ich mache das so. Ich hab das in meinen Knochen. Man läuft los und so funktioniert das. Das einzige Problem ist das Geld, um das zu verwirklichen. Und weil ich ein Großformat benutze, und eher Detail um Detail komponiere als selbst gestalte…Ich suche nach der Verdichtung des Details, was letztendlich darüber entscheidet, ob ich ein Bild mache, oder nicht. Die meisten meiner Bilder brauchen einen Kontext. Über jedes Bild könnte man 15 verschiedene Geschichten erzählen. Sie sind nicht Schwarz und Weiß. Sie geben nicht nur ein Statement ab. Sie zeigen eins und noch mehrere…Meine Bilder sind also grau. Wenn ich losgehe und mich umschaue, dann bin ich die verletzlichste Person in diesem Gebiet.

Wenn man Ihre Arbeit betrachtet, könnte man meinen, sie ist das Resultat einer Reise, die Sie entlang der Barriere unternommen haben. Wo begann diese Reise?
Die Reise begann um Jerusalem herum. Aber der geistige Beginn war der mit Robert, so wie ich es vorhin schon geschildert hatte. Er sagte: „Mach gute Bilder“ und das habe ich gemacht. Ich hatte damals keinen Presseausweis, und bin von den Grenzposten verfolgt worden. Ich musste mich nach Bethlehem - ein so genanntes „A“- Gebiet - reinschleichen. Ein Presseausweis wurde mir verwehrt, weil ich nicht ausreichend Kontakte hatte. Es half mir auch nicht, dass ich Israeli war oder jemand von der Presse. Ich hatte keine Zulassung, aber trotz allem würde ich zu meinen Bildern kommen. Ich habe 17 Bilder vom Trennungszaun gemacht, das bedeutete ein gutes Stück Geld für mich, diese zu machen. Ich schickte sie per Fed-Ex in mein Labor in den USA…und auf dem Weg, trotz der Warnungen auf dem Umschlag, wurden sie geöffnet und teilweise zerstört. Ich war noch Monate danach niedergeschlagen. Ich hatte wirklich mein Leben für diese Bilder riskiert. Ich hatte drei Fotos, die der absolute Knüller waren. Ich war sehr zufrieden mit diesen Fotos. Sie waren so gut. Aber danach kam ich mit ein paar Stipendien nach Israel zurück und nahm weitere 100 Stück auf 8 mal 10 Zoll auf. Ich war so aufgeregt. Und Robert fragte mich, ob ich „doubles“ schießen wolle. Ich sagte ihm, das sei nicht in meinem Budget. Da macht er seinen Kühlschrank auf, und holt weitere 70 Blätter von acht mal zehn raus und gibt sie mir. Ich machte 20 Stück am Tag. Das war sehr großzügig. Es war ein Puffer, aber auch viel Verantwortung. Ich hatte nun genug Film, um einen guten Job zu machen. Und mein Mentor wollte gute Fotos. Damit im Hinterkopf habe ich begonnen. Und dann bin ich noch viermal hin und wieder zurück gefahren, um Fotos zu machen. Aber die waren in 4 mal 5 Zoll. Jedes Mal während einiger Wochen mit verschiedenen „Fixern“. Man braucht „Fixer“. Die bereiten alles so vor, damit du nicht erschossen wirst.

Was hat Sie dazu bewogen, Fotos von der Trennbarriere zu machen?
Ich wollte es einfach wissen, das ist alles. So wie ich es eben schon gesagt hatte. Ich musste persönlich dahin und es tun.

Wie lange hat es gedauert, das ganze Projekt vorzubereiten?
Es ist immer noch nicht fertig. Je länger ich daran arbeite, desto mehr Lust bekomme ich daran weiter zu arbeiten. Jetzt sind es wahrscheinlich schon ein paar Jahre…Ich hatte zwischendurch für ein Jahr pausiert, um an dem Europa-Projekt ,In my mother`s footsteps' zu arbeiten.

Mit welchen Absichten sind Sie nach Israel gefahren? Hatten sich diese womöglich während der Arbeit in Israel verändert?
Je mehr ich verstand, desto mehr begriff ich, dass ich noch mehr verstehen musste. Als ich nach Israel kam, wusste ich auch nur von dem, was von den Medien verbreitet wurde, aber wahrscheinlich falsch war. Ich war einfach Mann genug zu sagen, das ich nichts wusste. Aber genau das gab mir die Energie und die Kraft loszufahren und selber zu schauen.

Sie haben zwei Pässe: den israelischen und den britischen. Hat das irgendeinen Einfluss darauf, wie Sie die Entwicklung des Trennzaunes aufnehmen?
Wenn ich unterwegs bin, dann bin ich nur eins: Brite. Aber manchmal tue ich auch so als wäre ich Deutscher, weil meine Papiere auf Deutsch sind. Das rettet meinen Arsch. Du weißt ja, es geht um meinen Arsch. Ich hab keinen anderen. Was mir hilft, einen Ausblick zu geben, ist, dass ich selber in so vielen verschiedenen Ländern gelebt habe. Ich habe in den USA gelebt, also bin ich Amerikaner. Ich habe in Großbritanien gelebt, also bin ich Britte. Ich bin Europäer. Und jetzt lebe ich in Thailand und werde zum Thailänder. Es ist nichts, was in mir einfach aufhört zu existieren. Ich bin all das und ich habe all diese Perspektiven dieser verschiedenen Kulturen aufgenommen.

War es für möglich, auf beiden Seiten des Zaunes Fotos zu machen?
Ja. Es war nicht einfach, aber es war möglich. Es war auch nicht einfach auf beiden Seiten. Auf der einen wurde ich von israelischer Grenzpolizei verfolgt. Und bedrängt auf der anderen. Es ist auf mich geschossen worden. Auch mit Tränengas. Es war aufregend, aber das sind einfach die Dinge, die da passieren. Auch hier wo ich mich jetzt befinde, ist es einfach so. Aber manchmal als ich da war, da hatte ich Angst . Das war heftig. Es war total klar, die Wahl zwischen, sich dem zu ergeben oder davor wegzulaufen, an dem du gerade arbeitest - das trennt man. Oder du nimmst die Angst an, du nimmst sie auf und du kriegst so großartige Bilder. Das ist ein klarer Moment. Aberein anderes Thema, wenn du manchmal nicht in diese Stimmung gehst. Innendrinnen steckst Du voller Angst, so kriegst Du nur Müll. Du siehst nur die Angst in deinem Kopf, aber nicht die wirkliche Realität draußen…

Und was war Ihre persönliche Motivation, um diese Fotos zu machen? Sind Sie dabei durch einen bestimmten Prozess gegangen, zum Beispiel, nachdem Sie die Arbeit „In my mother's footsteps“ und „Israel in more than one dimension“ fertig gestellt hatten?
Das erwuchs alles aus demselben Prozess. Nicht jedes Projekt wirft dich auf den Nullpunkt zurück. Du hast keinen Vorteil. Du musst von Anfang an anfangen. Aber eine andere Möglichkeit wäre zu sagen, dass jedes Projekt aus einem vorangegangenem erwächst. Das ist der Samen, den man pflanzt für das nächste Projekt. Trotzdem, immer wieder beginnt man von vorn.

Wollten Sie eine bestimmte Reaktion beim Zuschauer provozieren?
Nein. Die Bilder sind meine Gedanken. Eine Landkarte mit meinen Gedanken. Eingefrorene Pixel meines Innern. Meine Fotos sind wie Kinder. An einem bestimmten Punkt werden sie erwachsen und ich muss sie loslassen. Ich kann sie nicht kontrollieren. Diese Arbeit hat ihr eigenes Leben.... Das ist nichts, was ich diktieren kann. Die Menschen sollten ihre Köpfe öffnen. Ich bin nicht hier, um den Leuten zu sagen, was sie denken sollen. Im Zen sagt man: „ Packe nie einen anderen Kopf auf deinen eigenen drauf.“ Warum würde auch jemand wollen, das ich ihm sage, was er denken soll? Wenn ich über meine Arbeit spreche, dann sage ich von ihr, das sie meine Arbeit ist. Ich sage nicht, das ist „Kunst“ oder so was. Meine Arbeiten sind nicht dramatisch, sie sind gewöhnlich. Man könnte das auch so sagen: Für mich ist das Profane heilig. Das Gewöhnliche ist da, wo es ist. Ich suche nicht nach dem „Speziellen“.

Haben Sie eine eigene politische Auffassung über den Bau des Trennungszaunes?
Guter Gott. Lassen Sie uns das überspringen. Vielleicht später. Das ist einfach das, was ich gesehen habe. Ich hoffe, die Leute werden ihre eigenen Köpfe frei machen. Ich hoffe, dass sie nachdenken werden. Dass sie ihre voreingenommenen Ideen loslassen und schauen, was es zu sehen gibt. Die Europäer tendieren dazu, in Extremen zu denken. Vielleicht können sie das einfach loslassen und schauen, was da ist.

Dieser Trennungszaun könnte man auch als etwas Allgemeineres verstehen für etwas was getrennt oder geteilt wird? Was könnte dies sein?
Das ist wie Koan (gemäß der Zen-Lehre, Anm. d. Autorin). Trennung gibt es nicht. Das ist die Erde. Wenn man es als die Erde wahrnimmt, dann ist es nichts weiter als die Erde. Das könnte eine Diskussion sein, die ich mit meinen Zen-Lehrer haben könnte. Ich bin nicht sicher, ob ich darauf antworten möchte. Ist die Trennung etwas Reelles dort? Es ist genauso dort, wie auch woanders. Einerseits befinden sich die ökonomischen Wurzeln auf beiden Seiten. Und beide Seiten kämpfen mit der Trennung. Aber…Israel will die Sicherheit seiner Existenz garantieren…und die Palästinenser wollen in ihre Häuser zurück kehren und auf das Land, über das sie gelernt haben, dass es ihnen versprochen wurde. Aber sogar das ist zu vereinfacht…Ich vermute, die Palästinenser sind von verschiedenen Interessen beeinflusst. Es waren in der Vergangenheit die Russen, die die Amerikaner blamieren wollten. Jetzt sind es die Syrer und die Palästinenser, die sie manipulieren…das ist das beste, was ihnen passieren kann. Auch aus der palästinensischen Perspektive…Sie sind in keinen arabischen Staaten willkommen, jetzt wo sie in der palästinensischen Auseinandersetzung mit drin hängen. Aber um zum Wesentlichen zurück zukehren…beide Seiten suchen nach einer permanenten und stabilen Lösung. Aber ohne eine bilaterale Zusammenarbeit, und ohne die gegenseitige Erlaubnis und Land um zu existieren, werden wir das nie erreichen können.

Im Moment ist die Diskussion um den Trennungszaun ziemlich aktuell in der politischen Debatte, nachdem „The Economist“ berichtet hatte, das der Auslöser für den so genannten „Accidential War“ der „Tunnelvorfall“ war. Was glauben Sie, wie diese Vorfälle die Sicht auf die Fotos verändern könnten?
Die Diskussion ist up-to-date. Aber der „Accidential War “ war der Auslöser für etwas Ungelöstes. Sie haben keine Motivation, das zu verstehen. Andererseits haben sie eine Menge Motivation, es nicht zu begreifen. Es ist kompliziert. Es gibt keine Anreize für die Medien, um da wirklich einzutauchen. Will man wirklich eintauchen und das Komplizierte daran verstehen, oder möchte man drei Absätze, in denen man erklärt, was da vor sich geht? Das ist wie modernes Theater…Theater wird gemacht, um dich zu machen. Es gibt Fotos, die sind genauso. Sie ergreifen dich und der Fotograf schockt dich für drei Sekunden und dann vergisst man es wieder. Um ein Foto oder Theater wirklich anzuschauen, muss man erstmal selbst etwas tun, ohne das jemand etwas für einen tut. Mit solchen Fotos schreiten die Dinge voran. Sie sind keine wirkliche Nahrung. Sie sind Fertignahrung. Es ist McDonalds. Du isst und wirst krank. Das sehe ich und fühle den Schwindel der Menschen, die sich nicht um sich selber gekümmert haben. Wenn du ein Foto hast und du kannst über Jahre hinweg immer wieder zu diesem zurück kehren und weiter lernen, dann ist das großartig. Ist da ein Bild, was du anschaust und nach drei Sekunden ist alles vorbei, dann ist das traurig. Was war da los?

Fotografie hat den Ruf, als eines der Realität am nahesten zu kommende Mediums zu sein. Auf der anderen Seite wählt ein Fotograf immer auch einen bestimmten Ausschnitt aus der Realität. Welche Realität sollen Ihre Fotos zeigen?
Auf eine bestimmte Art und Weise sind sie hyperrealistisch, aber ich hab nicht wirklich eine Antwort hierauf. Okay. Auf eine Art ist das, was du draußen siehst auch ein Reflex von deinem Innerem. Wenn du innen betrübt bist, dann ist es das, was man sehen wird. Schau-Fotografie wird zu einem Raum werden, wenn deine Gedanken ruhig sind. Wenn du ängstlich bist, dann werden die Fotos flach.

In Ihren Fotos kann man eine bestimmte Dialektik zwischen innen und außen beobachten, auch zwischen Konstruktion und Destruktion. Zum Beispiel sieht man auf einem der Fotos im Vordergrund ausgebrannte Fahrzeuge, und den Hügel hinaufsteigend, stößt man auf eine Mauer, die kreuzt, und die wie es scheint, die dahinter liegende Stadt einzukreisen, aber auch von der umgebenden Landschaft abzutrennen. Kann man sagen, dass Sie den fotografischen Prozess auch dazu nutzen eine bestimmte Sprache zu entwickeln, der Basis für einen Dialog sein könnte?
Bei dem Foto, von dem Sie sprechen, geht es vor allem um Farbe, es ist kompliziert. Du kannst dir kein Foto aussuchen und dann einfach abdrücken. Man kann es auch nicht intellektuell auseinander nehmen. Das Foto muss Sie verlegen machen. Es kommt einfach aus dir heraus. Mein gesamtes Werk hat so eine unbewusste Ebene. All das ist da, und es gibt noch mehr, was aus mir kommt, mehr als ich zeigen kann. Auf eine Art geht es bei meinen Fotos auch um Glück. Wenn ich Glück habe, und noch mehr Glück habe, dann mach ich wahrscheinlich was richtig. Fragen machen einfach mehr Spaß als Antworten. Fragen sind offen. Antworten sind verschlossen.

Sie arbeiten mit einer Großbildkamera, die so schwer zu tragen ist, unpassend wirkt für die Arbeit, ganz besonders, wenn man daran erinnert, dass das Gebiet, in dem Sie fotografieren, ziemlich gefährlich ist. Warum haben Sie speziell diese fotografische Praxis gewählt?
Das ist fotografische Praxis. Die Ausrüstung ist wirklich schwer, sperrig und unhandlich, und es setzt dir viele Grenzen. Das Filmmaterial ist teuer, man muss einfach mehr Wert auf das Detail legen, um ein gutes Foto zu machen, es gibt zu viel, was man falsch machen kann. Komm schon. Es gibt nichts Idealeres als das. Das bringt dich echt dazu, deine Gedanken zu verlangsamen und dann erst abzudrücken. Das erste Mal. Du musst wirklich wissen, was für dich auf dem Spiel steht. Nur einen alten Mann für 30 Dollar zu fotografieren, ist verdammt teuer. Darüber muss man sich einfach im klaren sein. In Israel habe ich ungefähr 200 Arbeiten gemacht, das heißt 2000 Dollar für einen Film. Sie entwickeln zu lassen, weitere 2000 Dollar. Und Kontaktabzüge noch mal 2000 Dollar. Und das alles ohne Spesen. Aber nicht mal das ist ähnlich wichtig, wie der Aufwand und die Planungen, um überhaupt so weit zu kommen. Du musst zurückkehren zum Einsatz, den du erbracht hast. Es geht um die vielen Faktoren, wie den Einsatz, das Geld, viele Dinge, die dich in Ketten legen könnten, aber mich machen sie frei. Und genau aus diesem Grund machen sie mich frei. Mich.

Gibt es etwas oder jemanden, der einen besonders starken Einfluss in Ihrer Ausbildungszeit hatte?
Stephen Shore und Robert Polidori. Aber man kann es auch anders sehen: Daido Rosh, der Abt des Zen-Klosters, wo ich mich zweieinhalb Jahre aufgehalten habe. Das Kloster kam zuerst, dann die Fotografie. Aber das Kloster hat mich zur Fotografie gebracht.

In Ihrer Ausbildung ragt eine Tatsache besonders hervor: die Zusammenarbeit mit Robert Polidori. Er ist vor allem bekannt für die Entwicklung einer ganz eigenen Ästhetik von Räumen oder Architekturen. Welche künstlerische oder persönliche Beziehung verbinden Sie mit ihm?
Er ist einer meiner Mentoren. Er ist brillant. Er sieht Farbe. Ich arbeite stundenlang an einem Bild und denke, jetzt habe ich es fertig, und dann kommt er und sitzt nochmals einige Stunden daran, bis es wirklich hervorragend ist. Aber wir haben auch an anderen Fähigkeiten gearbeitet, zum Beispiel wie man sich in Situationen verhalten solle, in denen man auf Menschen mit Waffen stößt und in denen du getötet werden könntest. Genauso mit Stephen Shore, dieselbe Sache. Ich habe gelernt zu denken. Und zu arbeiten. Nicht bloß zu kopieren. Wie ich mein Gefühl verfeinern könnte. Und wie man die Fotografie als Werkzeug dazu nutzen kann, Dinge klar zustellen. Wenn man sich meine Fotos anschaut, kann man ganz genau sehen, wo ich mich befinde. Das ist mein Herz. Das ist gleich gut und schlecht. Und das ist, was ich gelernt habe: auf mein Herz zu hören.

Das Gespräch führte Jeannette Brabenetz.

К ужасу гостей, Аззи, выдыхая дым и высекая при "Картинка крутая машина скачать"каждом движении искры, вскарабкался на стол, "Новая версия агента скачать на телефон"покачнулся, но удержался на ногах.

То был довольно-таки противный тип, "автокредит с просрочками"впрочем, таково большинство богатых американцев.

Ветер утих, но вода все продолжала подниматься, и "Скачать звук барабанной дроби"над площадью Св.

Он встретил их, подняв левую руку раскрытой ладонью вперед, правую тоже постарался поднять насколько возможно.

Монеты вылетали из его пальцев быстрее звука и безжалостно разили кости, черепа и внутренние органы нападавших.

Мать "Скачать виндовс муви мейкер"награждена золотой медалью нюрнбергского общества разведения породистых собак.

Это "скачать песню арам зам зам скачать"были непокоренные индейцы племени вако.

Жеребцы не прыгали на "песни лободы скачать"ту сторону, ни один из "скачать книгу варго"всего табуна.

Пули то и дело шлепали по воде "скачать школьный звук звонка"недалеко от пловца, но ни одна не "сектор газ туман скачать"настигла его.

Зато там его столько, что можно битком "студия звукозаписи скачать"набить провизионные склады для команды не только большого "программа для взлома wifi паролей скачать"корабля, но и целой "прекрасное далекое скачать"эскадры!

Луиза наклонилась над ним и, не сводя "скачать игру змейка на телефон"с него глаз, вся обратилась в слух.

 


ART
KÜNSTLER
KALENDER
Beliebte Beiträge
ABOUT US
Kontakt
Mission Statement
About us
nurart.org RUBRIKEN Interviews Yishay Garbasz in Cicero Galerie


© 2010 nurart.org