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Politicl/Minimal KW-Berlin PDF Drucken

Die Fülle der Leere

In den Kunst-Werken durchleuchtet die Ausstellung "Political/Minimal"  40 Jahre Minimalismus.

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Terence Koh "Untitle" , Aaron Young "Sorry for Crying"

Die Werke heißen „Cube“, „Spheres“ oder „Black Square“, aber auch „Begräbnis“ und „Sorry For Crying“. Sie sind Konzentrat und Kondensat von Farbe, Form, Material und des menschlichen Körpers; von Trauma, Gewalt, Leere und Poesie. Theatralische Inszenierung, verweigernd, voller Überraschungen und erschreckend. Von Irmgard Berner

Berlin, Dezember 2008 Eine junge Frau krümmt sich auf dem nackten Betonboden. Lautlos, wie gedrosselt wälzt sie sich, dreht auf den Rücken, rollt an die Wand, verharrt rastlos und windet sich von neuem in Zeitlupe um sich selbst. Schmerz und unsichtbare Wunden schreit sie stumm in den leeren Raum. Eine beinah sakrale Aura strahlt um ihren Körper im kalten Neonlicht, der Betrachter harrt in respektvoller Distanz vor dieser lebenden Skulptur.

Doch ist sie überhaupt eine Skulptur? Erdacht hat das bewegte Objekt der Künstler und Tänzer Tino Sehgal im Jahr 2000, und er verbietet jede Bilddokumentation seiner Performance, sie wird verschwunden sein, sobald sie beendet ist. Der Schauder wird dennoch nachbeben. „Instead of allowing some thing to rise up to your face dancing bruce and dan and other things“ nennt Sehgal sie und nimmt dabei Bezug auf zwei Größen des Minimalismus: Dan Graham und Bruce Nauman.

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Graham, Hans Haacke und Felix Gonzalez-Torres fungieren als Paten der Ausstellung „Political/Minimal“ in den Kunst-Werken - und für eine neue Künstlergeneration. Ursprünglich sollten bekannte Arbeiten von Minimal Art-Künstlern aus den letzten vierzig Jahren gezeigt werden. „Das wäre aber eine Art Retrospektive prominenter Namen geworden. Genau das sollte es nicht sein“, sagt Klaus Biesenbach, der als Kurator zurück in Berlin ist. Zu viele junge Künstler werfen politische und gesellschaftliche Fragen auf, entwickeln neue Bildsprachen aus dem minimalistischen Formenkanon wie er sich in den 60er Jahren herausgebildet hat. Quadrat, Kreis, Dreieck, Schnittflächen von Kubus, Kugel, Kegel – die Geometrie der Ästhetik, die heute das Design von Massenware und Konsumgütern prägt. Die Künstler schöpfen und erzählen aus dem was sie umgibt: den Medien, Katastrophen- und Kriegsberichten, aus Werbung, Lifestyle.

Der entschleunigte Raum

Junge Werke wie „Die Alliierten (II)“, knallrote Polyesterbänder, fein gefaltet zu Quadraten 30 x 30 von der Städelschulabsolventin Sarah Ortmeyer liegen neben dem menschengroßen Gitterwürfel „Cube“ 2008 von Mona Hatoum . ImageOder die verwirrend dichte Bleistiftzeichnung „Constitution“ 2004, der jungen libanesisch-amerikanischen Künstlerin Annabel Daou erinnert mit ihrer arabischen Textfläche nicht nur an orientalische Ornamentik, sondern an die horizontalen Linien der amerikanischen Minimal Art-Künstlerin Agnes Martin. Ihr gegenüber hängt ein Photo des „Cube Venice“, 2005, Gregor Schneiders Synonym der Kaaba in Mekka. Dazwischen schwebt die schwarze Kugel „Ground Control“ 2008 der Belgierin Edith Dekyndt schwerelos zwischen Decke und Boden als Überwachungsballon.

Zeit und Raum bekommen eine neue Bedeutung, sind aufgeladen, verlangsamt, entschleunigt. So ist auch die Kunst konzentriert auf das Wesentliche, auf die Form, die Farbe, den Aggregat-Zustand. Sie schafft sich ihren Raum scheinbar aus dem Nichts und verharrt in der ihr immanenten Stille, ist maximal zeitlupenbewegt. Und bleibt minimal.

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Kondensat als Konzentrat

Zeit Raum und Luft – die Luft des die Werke umgebenden Raumes, Aura. Umgebung bekommt hier, in der Konstellation dieser Ausstellung eine ganz neue, aufgeladene, sinngebende Wirkung. Edith Dethynt füllt ihr Objekt mit dieser Luft und mischt sie mit Helium, das richtige Gemisch der beiden Gase lässt den Ball schweben, genau zwischen Himmel und Erde. Die schwarze Kugel reagiert ganz sacht auf die Luftströme ihrer Umgebung, auf die Thermik, die die Betrachter erzeugen.

Die Geschwindigkeiten unserer von sich selbst berauschten und verletzenden Welt sind in diesen Werken gedrosselt. Als kondensierte Wassertropfen hängen sie etwa an den Innenwänden von Hans Haackes Glaskubus „Condensation Cube“ von 1963-65, Mikrokosmos einer in sich geschlossenen Ökologie, während außen die Acrylglasscheiben den Betrachter spiegeln. Als Einschusslöcher gefriert Gewalt in Monica Bonvicinis Würfelvitrine „White“.

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Schaurig schön

Die Miniskulptur „Begräbnis“ der Mexikanerin Teresa Magolles ist ein weiterer Kulminationspunkt dieser hochkonzentrierten Schau. Mitten in der großen Halle liegt auf dem kalten Estrich ein Zementblock, ein Kindersarg. Schaurig, dass darin ein Fötus lagert. Beruhigend, dass er in Beton gegossen seine letzte Ruhestätte findet.

Sie ist das atmende Zentrum dieser gesamtminimalistischen Installation, ihr Kreismittelpunkt Damien Hirsts „Har Megiddo“. Die mit Fliegen vollgeklebte Scheibe schillert schwarz an der zentralen Wand, flankiert vom „Black Square“ des New Yorker Künstlers Taryn Simon, in dem sich ein Portrait verbirgt, und dem umgedrehten rosa Dreieck von Terence Koh, ein Selbstbildnis von 172 cm Seitenlänge.

Politische Statements, grenzüberschreitend

Nicht nur den politischen sondern auch ethischen Kontext bringen Künstler und Macher hier sinnlich komplex auf den Punkt. Alfred Jarr hat sich lange mit den Greueltaten im Kongo auseinandergesetzt und kam zu dem Schluss, Genozid ist nicht darstellbar. Deshalb dreht der chilenische Künstler sein Bild „Unseen (100 days in 1994)“, bestehend aus 4 Leuchtkästen  einfach um, man sieht die Rückseite, vier schwarze Quadrate an der Wand auf Licht schwebend.

Und es geht um Grenzüberschreitungen: Gonzales-Torres – Pass als Stapel leerer Papiere, Muchen & Shao Yinong „East Wind West Wind“ schwarzes kaschmirbezogenes Bild mit Rahmen – der Rahmen aus dem Westen, die edle Wolle billig aus dem Osten

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Aaron Young lässt in seiner Installation „Sorry For Crying“ von 2008 drei Tagelöhner in 16 Stunden 4,5 Tonnen Quarzsand in den 1. Stock schleppen, wo sie diesen in einen Trichter füllen, sodass er durch ein 1,8 cm großes Loch nach unten rieselt und in dem engen Flur einen pyramidenartigen Sandkegel aufhäuft. Wie Santiago Sierra integriert er hier schlecht bezahlte Arbeitszeit. Denn Zeit und Raum zählen - und entschleunigen gleichzeitig.

Gelungen ist eine an Assoziationen reiche Ausstellung, die von spannungsvollen Zwischen-Räumen lebt. Leere und Konzentration halten sich in meditativer Eindringlichkeit die Waage - so sich der Betrachter darauf einlässt. Denn das fordert diese Kunst, deren Inhalte gleichsam in den Raum der Begegnung verlagert sind. Und sie schafft sich ihre Bannkreise, wie Tino Sehgals sich auf dem Boden windende Frau.

 „Political/Minimal“, KW-Berlin

 

 

Photos (von oben nach unten):

Tom Burr "Howl", 2004; Sarah Ortmeyer "Die Alliierten (II)", 2008; Mona Hatoum "Cube", 2008; Teresa Magolles "Burial, Begräbnis" 1999. ©iberner

Edith Dethynt "Ground Control" 2008; Aaron Young "Sorry For Crying" 2008. ©johannes bock

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