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Janet Cardiff / George Bures Miller PDF Drucken

Anschwellende Krähenklage

Die Sound-Künstler Janet Cariff und George Bures Miller lassen Klänge bersten
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Träume haben eine surrealistische Logik. Sie zerren den Schlafenden von einer Welt in die nächste, gebären Monster, die wiederum Gespenster heraufbeschwören. Die Künstlerin Janet Cardiff hat solche Träume direkt nach dem Erwachen aufgezeichnet. Eine Soundscape mit schaurig-faszinierendem Sog.

von Irmgard Berner

Berlin, März 2009. Drei dieser Träume bilden die metaphorische Klammer für die Sound-Installation „The Murder of Crows“, die Cardiff und ihr Mann George Bures Miller komponiert und als multimediales Klang-Spektakel im Hamburger Bahnhof eingerichtet haben. Cardiffs traumerzählende Stimme aus einem alten Grammophon-Trichter bildet dabei das magische Zentrum, schlafwandlerisch entströmen die Wortgebilde über Verstümmelung, Folter und Qualen, verschnitten und überlagert von Vogelgeschrei und polyphonem Gesang.

In ihrer bisher radikalsten Sound-Skulptur verwandeln Cardiff und Miller, die mit ihren inszenierten Audio- und Video-Walks in den neunziger Jahren bekannt wurden, die historische Bahnhofshalle in eine minimalistische Hör-Bühne. ImageDurch einen roten Vorhang, der das Kassenfoyer von der hellen Weite der Halle trennt, laden sie den Raum theatralisch auf. Will man dem Ort visuelle Tiefe abgewinnen, so wohl allein in seiner Verlassenheit: Braune Holzklappstühle stehen verwaist im Kreis um den Trichter als Reminiszenz an einstige Live-Musik, als hätten Orchestermusiker schon vor langer Zeit diesen gespenstischen Ort verlassen. Nun umkreisen und umstellen 98 schwarze Lautsprecherboxen den roten Kartentisch mit dem alten Trichter in der Raummitte, wie lauernde Krähen halten sie den einen oder anderen Stuhl besetzt.Was optisch noch keine rechten Monster gebiert, bricht allerdings akustisch mit voller Wucht herein, sobald aus dem schwarzen Boxen-Reigen Meeresbrandung mit Getöse aufbraust, die Wogen dröhnend zusammenbrechen und im Abschwellen von den Trommeln buddhistischer Mönche überlagert werden. Spätestens dann tritt ein, was die Künstler mit ihren Arbeiten suchen: die körperlich spürbare Macht und Wirkung von Klang.Erzeugt mittels raffiniert eingesetzter Surround-Technik verweben sie Schreie, Krächzen, Plätschern, Gesang und Schritte im 30 Minuten-Loop zu einem Klangnetz und schichten plötzliche Stillen über symphonisch orchestrierte Bögen, die ergreifend aufgefangen werden von Janet Cardiffs lyrischer Traumerzählerstimme.

ImageGebaut, komponiert und verdichtet haben Cardiff und Miller „The Murder of Crows“ für eine Hafen-Lagerhalle im australischen Sydney zur Biennale 2008. Der Titel bezeichnet das ungewöhnliche Phänomen eines ‚Krähenbegräbnisses’, der Totenklage von Krähenschwärmen über den Tod eines Artgenossen. Die Nachtvögel auf Francisco de Goyas Radierung „Der Schlaf der Vernunft gebiert Ungeheuer“ von 1799, die den Schlafenden wie Dämonen umflattern, inspirierten die Arbeit aber ebenso. Das Werk schließt an die 2002 ebenfalls hier gezeigten „The Forty Part Motet“ an und wird in der Reihe „Musikwerke Bildender Künstler“ gezeigt.

Aber als ob das nicht schon genug wäre, verstehen Cardiff und Miller ihr Klangstück als „Requiem auf die alte Welt“ und wollen damit den Optimismus einer vergangenen, politisch befriedeten Zeit vor 9/11 heraufbeschwören. Die Gefahr von erdrückender Überfrachtung tritt aber in keinem Moment ein. Das suggestive Klang-Szenario wird von der luftigen Leere der großen Halle aufgefangen. Udo Kittelmanns, des neuen Direktors, Entscheidung, diesen Ort nach längerer Schließung für die Sound-Installation zu öffnen und nicht, wie vorgesehen, in den rückwärtigen Rieck-Hallen zu zeigen, erweist sich als Glücksgriff. Der Hör-Besucher kann sich getrost mit allen Sinnen auf diese psychodramatische Albtraum-Reise begeben, die kathartisch beruhigende Wirkung tritt spätestens dann ein, wenn aus dem Grammophon Cardiffs Stimme mit dem „Lullaby“-Schlaflied entströmt.Image

 

Photos 1 and 3: Janet Cardiff & George Bures Miller "The Murder of Crows", 2008 Mixed Media Sound Installation Installationsansicht: Nationalgalerie im Hamburger Bahnhof, Berlin 2009 Foto: Roman März © Courtesy the artists, Galerie Barbara Weiss, Berlin, Luhring Augustine, New York

Photo 2: George Bures Miller / iberner|nurart

Photo 4: Janet Cardiff  / iberner|nurart

 

Hamburger Bahnhof "The Murder of Crows"

14. März bis 17. Mai 2009

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