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Simcha Shirman PDF Drucken

Die Erinnerung, die ich nicht habe

Der israelische Fotograf Simcha Shirman bei Artneuland 

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Er ist ein Meister der grauen Zwischentöne, arbeitet mit realen Dingen, um über etwas zu sprechen, das nicht existiert. Philosophische Fragen stellte sich Simcha Shirman schon immer, in der Fotoausstellung "Light of Memory" in der Galerie Artneuland zeigt er sie in ganz konkreten Betrachtungen.

von  Irmgard Berner

Simcha Shirman, Acre, Roots, 2005, silver print

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Berlin, 5. Mai 2009. Bleiern liegt das Licht auf dem aufgewühlten Meer, verhalten schäumend kräuseln die Wellen zum Bildrand hin. Weiter draußen bläht die Wasserdecke sich, dunkel, fast schwarz zu einer Woge als wolle sie gleich ein in sich wohnendes Ungeheuer ausspucken. Weiße Lichtpunkte blitzen auf seiner Kuppe. Den Blick treibt es weiter auf dem Foto "Skyline, Black Wave" hoch zum grauen Horizont, der kaum merklich aus der Waagrechten kippt und so die Harmonie des Bildes stört. Kein klares Licht strahlt in den Bildern des israelischen Fotografen Simcha Shirman. Keines, das Kontraste in Schwarz und Weiß zulässt, das unser an schnell fassbare Eindrücke gewohntes Auge bedient. Denn Bekanntes und Banales erscheint in diesen Bildern im Licht der Erinnerung.

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"Light of Memory" betitelt Shirman seine Einzelausstellung in der Galerie Artneuland und greift für sein Konzept die Trialog-Idee der Galerie auf, die für den Austausch der drei monotheistischen Kulturen steht, und fasst sie in "Drei Landschaften" zusammen: die israelische, polnische und deutsche als Metaphern für einerseits den Ursprungsort, das aktuelle Leben und schließlich die Erinnerung. Alle Bilder haben mit Shirmans persönlicher Geschichte zu tun. Durch seine Geburt als "Displaced Person" im Jahre 1947 in Bayern wird der deutsche Wald Teil seines kollektiven Gedächtnisses. Das Meer seiner Kindheit in der nordisraelischen Küstenstadt Akko, wohin seine Eltern 1948 emigrieren, ist Symbol von Reise und permanenter Veränderung. Als drittes Polen, das Land seiner Eltern und der Familie, die im Holocaust umgekommen ist.

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Unter diesem Aspekt hat Simcha Shirman aus seinem enormen Archiv in Tel Aviv 28 Negative der letzten zwanzig Jahre ausgewählt und eigens für diese Schau Reproduktionen hergestellt. Das Verfahren der Silbergeleeabzüge erlaubt ihm dabei nicht nur unzählige Nuancen in Körnung und Grauwerten, sondern er erreicht damit die Zeitlosigkeit in seinen Bildern, die sein Werk auszeichnet. Denn Zeit ist für ihn, der 1999 an der Biennale in Venedig teilgenommen hat, grenzenlos fließend. "Die Vergangenheit ist nur wichtig, wenn sie Einfluss auf das Jetzt hat", sagt er und bezeichnet sein Zeit-Raum-Verständnis als "kontinuierliche Gegenwart". Wenn der großgewachsene Israeli mit halb geschlossenen Augen spricht, ist es, als würde er in sich hineinhören und sein Gedächtnis noch einmal befragen. So wie sein Oeuvre durchzogen ist von der Suche nach den Wurzeln, seiner Identität und historischen Erinnerung daran.

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Dieser Meister der grauen Zwischentöne, für den es kein Schwarz-Weiß gibt - denn "Schwarz ist die Leere, Weiß die Auslöschung" - ist nur das Grau der autonome Ausdruck seiner fotografischen Bildsprache. Ein Schauspiel der Ruhe bietet sich für jeden Anhänger purer Fotografie im großen Galerieraum. Die Fotos sind klassisch in weiße Passepartouts gerahmt. Die Landschaften Wald, Meer und verlassenes Land in Deutschland und Israel hat Simcha Shirman durch die Hängung thematisch in ein offenes Spannungsverhältnis gebracht.

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Den deutschen Wald bildet er mit seinem durch dunkle Baumstämme brechenden Licht ab - ein Erinnerungswald und doch real. Wohingegen die israelische Landschaft keine Wälder kennt: Ein Baum ist heute schnell gepflanzt, morgen ist er verschwunden, wie der schnell wachsende Eukalyptusbaum auf einem Foto offenbart. Das moderne, 60 Jahre junge Israel prallt bei Shirman auf eine 2 000 Jahre alte Geschichte, die er auf einem Bild mit einem Höhlengrab aus der Antike zeigt. Die Großaufnahmen von fast banal anmutenden israelischen Brachen mit Sandboden und zurückgelassenem Müll kontrastieren mit jenem Wald aus den Erzählungen seiner Eltern, in dem für Shirman Goethes "Erlkönig"-Verse noch nachklingen.

ImageDen politischen Aspekt seiner Arbeit belichtet Shirman im Motiv des Wachturmes. "Wachtürme definieren Territorien", sagt er. Ein Jägerhochstand an der Waldlichtung verwandelt einen wunderschönen, unschuldigen Ort in eine Todeszone; ebenso in den Konzentrationslagern. In Israel gehören Wachtürme zum alltäglichen Lebensraum und definieren die Grenze zu den besetzten Gebieten, zum Feindesland, oder verwandeln den Strand, wo Menschen sich vergnügen, in plötzliche Gefahren - damit Angstzonen.

Das Meer in seiner Schönheit, Vergänglichkeit und Poesie bleibt Shirmans Lebensmotiv. "Kunst hat immer mit der eigenen Autobiografie zu tun, mit deren Fakten und dessen, was man daraus kreiert. Ich arbeite mit realen Dingen, um über etwas zu sprechen, das nicht existiert, befasse mich mit Erinnerung, die ich nicht habe." Das Medium Fotografie habe dafür große Macht, sagt er, weil es immer mit konkreten Dingen arbeite. "Die Frage ist, ob es gelingt, jenseits, ja hinter diese Realität zu gelangen." Wenn ja, dann erlangen die Werke Schönheit.

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photos: iberner | nurart; courtesy Artneuland e.V.

"Light of Memory" until May 30th 2009

www.artneuland.com

Artneuland e. V., Schumannstrasse 18, 10117 Berlin

Opening hours:
Tue - Fri 11.00 - 19.00
Sat + Sun 11.00 - 18.00 


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