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Abstract: Imi Knoebel PDF Drucken

Blendung des Baus

Imi Knoebel transformiert Mies van der Rohes Neue Nationalgalerie in einen Meditationsraum

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Nähert man sich der Neuen Nationalgalerie in diesen Tagen, so überraschen milchig weiße Fenster. Der Mies-Bau trägt nach außen das Kleid des Provisoriums, einer Baustelle, eines unfertigen, noch in Arbeit befindlichen  Projekts. Blind waren einige Großfenster schon lange, trüb und verschwommen, die Gläser marode. Doch nun sind sie alle erblindet. Geblendet von den mächtigen Pinselstrichen des Künstlers Imi Knoebel.

Aber nur auf den ersten Blick ...

von Irmgard Berner

Berlin, 27. Mai 2009. ..., nämlich dem von außen. Auf den zweiten, den im Innern, ist er eine Offenbarung. Die weiß getünchten Glasscheiben, die maroden, noch blinderen Fenster sind durch den Künstler Imi Knoebel nun komplett geblendet. Seine Intervention mit verwaschenen Bürsten- und Pinselstrichenhabe die lichte Halle zu einem weiten transluziden Meditationsraum verzaubert.

Mies von der Rohes minimalistischer Bau an der Potsdamer Strasse, dieses Meisterwerk der architektonischen Reduktion, dieses schwerelose Statement aus Glas, Metall und etwas Beton hat schon viele Künstler und Kuratoren an die Grenzen ihrer kreativen Innovation gebracht, von der kompletten Ignoranz gegenüber der mitspielenden Außenwelt durch die Glasfassaden durch Verhängen und Abdichten bis hin zum illuminierten Einbeziehung des nächtlich erleuchteten Berlin wie Jenny Holzer in ihren laufenden Leuchtschriften.

ImageNun also Imi Knoebel, Minimalist und Erbe des Beuys’schen Kunstgeistes: den legendären Raum 19 aus Knoebels Düsseldorfer Akademie-Zeit baut der Künstler als Stapel von Einzelteilen aus Lattenrahmen und Sperrholz als kompakte Skulptur an die Holzverkleidung der Garderoben im lichten Mies-Bau-Erdgeschoss.

Neue Nationalgalerie - Außen, und Innen. Intervention von Imi Knoebel Image

photos: ibe | nurart

 

Die meditative Weite und lichte Ruhe des großen Glasraums an der Potsdamer Strasse kontrastiert mit Imi Knoebels bunten Flächen- und Streifenbildinstallationen in der Deutschen Guggenheim Unter den Linden. Knallrot, gelb und blau, mit den drei Grundfarben kontert Knoebel auf Barnett Newmans Minimalismus in "Wer hat Angst vor Rot, Gelb, Blau?" mit "ich nicht" und versetzt jede Leiste auf dem Bild in den Zustand einer der drei Grundfarben.

Sie zählen zu den jüngsten Werken, wirken schnell zusammengezimmert und auf Effekt aus zu sein - ein weiterer Kontrast zur meisterhaften Reduktion, zu der Knoebel in der Neuen Nationalgalerie findet.

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Deutsche Guggenheim "Ich nicht", bis 26. 6. 2009Image

 


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