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Galerie Spr�th Magers "Source Codes" PDF Drucken

Aus psychedelischer Zeit

Die Sechziger und Siebziger Jahre waren eine experimentierfreudige Epoche, aufgewühlt und farbeuphorisch. Sprüth Magers versammelt in der Ausstellung "Source Codes" erkenntnisreich experimentelle Ansätze

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Berlin, Juli 2009. MTV und Video-Clips wären ohne Filmkünstler wie Kenneth Anger heute nicht denkbar. Die surreale Bild- und Tonsprache des 1927 geborenen, amerikanischen Avantgardefilmers mit ihrem exzentrischen Vokabular, gespeist aus okkulten Ritualen und psychedelischen Soundtracks, beeinflusste Künstler nicht nur in der Beatnik- und Counter-Culture der sechziger und siebziger Jahre, sondern auch den frühen Michael Jackson. Und sie tun dies bis heute.

von  Irmgard Berner

Nun, in Zeiten der Krise, hat die Gegenkultur dieser politisch und sozial aufgerüttelten Epoche und ihrer lange ignorierten Subkultur Konjunktur: Etablierte Modelle wurden damals - wie heute - über Bord geworfen, Bruch- und Leerstellen zwischen Hoch- und Alltagskultur künstlerisch bis zum Exzess ausgeschöpft. Die kultigen Spuren von den Ursprüngen der aufkeimenden Pop-Ära und ihrer Einflussnahme auf Künstler heute nachzuzeichnen, bietet spannende Ansätze; dabei ihren widersprüchlichen Zeitgeist jenseits von Mainstream und Kommerz im Kontext von Massenmedien, Minimal Art, Performance und Film heraufzubeschwören, eine große Aufgabe.

An dieser Stelle setzt die Ausstellung "Source Codes" in der Galerie Sprüth Magers an. Kurator Johannes Fricke Waldthausen hat in den drei kleineren Galerieräumen eine feine, aufschlussreiche, allerdings zum Teil museal anmutende Schau zusammengestellt. Sie zeigt eine exemplarische Werkauswahl von zehn Künstlern aus Europa und den USA der Sechziger und Siebziger, die sich im Spannungsfeld zwischen klassischen Genres, vergänglichen Moden und neuen visuellen Bildwelten kritisch bewegt.

Versponnene Tintenklekse

Aus einer "fortdauernden Recherche" heraus hat Fricke Waldthausen Erinnerungs- und Referenzräume zur Auseinandersetzung und Reflexion eingerichtet. Der Fokus liegt auf Bildern, Filmen, Film-Stills, Künstlerbüchern und Skulpturen in Vitrinen mit Werken von John Baldessari, Paul Thek oder John Stezaker, der bekannt wurde für seine dekonstruierenden Foto-Collagen von Hollywoodgrößen. Eine Entdeckung in dieser Ausstellung ist, neben Kenneth Anger, der amerikanische Filmemacher und akribische Tintenkleckser Bruce Conner, dessen tranceartiges, zehnminütiges Filmexperiment "Eastern Morning" von 1966 und wunderbare Tintenklecksmusterbilder auf Papier eine Ahnung vom Zeitgeist psychedelischer Versponnenheit suggerieren. Den Hauptraum der Galerie bevölkern weiterhin die schon länger gezeigten traumverlorenen Möbel-Paraphrasen Richard Artschwagers.

Büchse der Pandora

Einen eigenen Raum, es ist der gelungenste, widmet Fricke Waldthausen dem experimentellen Filmkünstler Kenneth Anger. Auf silbergrauer Wand zieht dort die farbeuphorische Zehnminuten-Sequenz "Invocation of My Demon Brother" von 1969 in ihren hypnotischen Sog. Begleitet von sirenenhaft schleifendem Klageton kreisen schimmernde Augenpaare, schwirren tanzende Derwische, künden Magier ironisch-diabolisch die Zukunft. Auf der Wand gegenüber leuchtet der Neonschriftzug "Hollywood Babylon" von 1975 auf Plexiglaslippen, heute eine Ikone der Popkultur. Mit dem gleichnamigen Buch und seiner radikalen Kritik an Hollywoods Filmindustrie in der Post-Watergate-Ära öffnete Kenneth Anger in den Mittsiebzigern eine Büchse der Pandora und legte sich zornig mit dem Star- und Studiosystem an. Stilprägend wird aber nicht nur Angers dialogfreie Filmsprache, sondern auch sein Verzicht auf Filmmusik. Er verwendet schon in den frühen Sechzigern Soundtracks, so improvisiert der junge Mick Jagger zu einer seiner stummfilmartigen, lose montierten Bildsequenzen.

Kenneth Anger war seiner Zeit immer voraus und wurde in der Westküsten-Undergroundszene der sechziger Jahre spätestens mit "Lucifer Rising" von 1966/80 Kult. Ein großes Verdienst von Kurator Fricke Waldthausen ist es, den heute 82-Jährigen nach Berlin geholt zu haben. Beim einmaligen Filmscreening führte Anger persönlich, konzentriert und wie ein nur äußerlich gealterter Held seiner Filme, kurz in sein Werk ein. Vor brechend vollem Saal ließ er seinen "Lucifer" aus der glühenden Lavahölle aufsteigen.

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Galerie Sprüth Magers , Oranienburger Straße 18 (Mitte). Bis 29. August, Di-Sa 11-18 Uhr.

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Foto : Kenneth Anger: "Hollywood Babylon", 1975/2009, Neon und Plexiglas.| courtesy sprueth magers berlin

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