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Khosrow Hassanzadeh PDF Drucken

Subtile Transpropaganda

Dem iranischen Künstler Khosrow Hassanzadeh ist es verwehrt, seine bewegenden Malereien im Iran zu zeigen. Die Galerie Arntd & Partner stellt sein Werk vor.

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Berlin, Oktober 2009. Wer ist ein Terrorist? hatte sich Hassanzadeh 2004 gefragt. „Der Westen behauptet: Der hier ist ein Terrorist; und der Osten fragt: Wer ist ein Terrorist?“ Mit den Mitteln von Siebdruck und Malerei ging der persische Künstler dann einen radikalen Schritt.

Links: Khosrow Hassanzadeh vor seinem Bild  "Khosrow", 2004

aus der Serie „Terrorist“. (Siebdruck und Acryl auf Leinwand, 320 x 200 cm). photo: iberner © nurart

von Irmgard Berner

 

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Ikonenhaft, bunt und überdimensional hängen drei ungerahmte Leinwände an der weißen Hallenwand. Links und rechts je das Abbild einer sitzenden Frau mit Schleier, in der Mitte, schwarz und dunkel, das Portrait eines Mannes. Ihre Gesichter, wie auf alten Fotografien und negativ belichtet, schimmern mysteriös, schimärenhaft. Orientalischen Wandteppichen gleich, im Format iranischer Propagandaplakate bildet die Serie „Terrorist“ ein zentrales Werk des iranischen Künstlers Khosrow Hassanzadeh. Die Galerie Arndt & Partner zeigt diese heute schon zu Klassikern taugenden Werke neben der neuen Serie „Ya Ali Madad“.

Wer ist ein Terrorist? hatte sich Hassanzadeh 2004 gefragt. „Der Westen behauptet: Der hier ist ein Terrorist; und der Osten fragt: Wer ist ein Terrorist?“ Mit den Mitteln von Siebdruck und Malerei ging der persische Künstler dann einen radikalen Schritt: Er bildete sich selbst, seine Mutter, Schwestern und Kinder ab, und zwar als Terroristen. Jedem dieser Großportraits fügte er ein Beiblatt in Goldschrift hinzu, einen Steckbrief wie aus dem Internet, die „zu Propagandazwecken Lügen über den Gesuchten erzählen“, sagt Hassanzadeh. Es sind Fantasiebilder, die der Künstler schafft: In der Tradition altmodischer Photodarstellungen steht der Mensch im Zentrum, würdevoll in seiner Haltung, seiner Herkunft Respekt zollend. Alltagsgegenstände wie Brot und Blumen schweben als zeitlose Zeugnisse im Fond.

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Seine Inspiration zieht Khosrow Hassanzadeh aus seinen persischen Wurzeln, und meidet keine empfindlichen Themen. Im Gegenteil, er riskiert damit, seine Werke im Iran nicht ausstellen zu dürfen, vor allem seit das Regime Achmadinedschads am Ruder ist: Seine tief berührenden Prostituiertenportraits, die 2004 im Haus der Kulturen der Welt zu sehen waren, die schwarz-weißen Kriegsbilder und -tagebücher aus seiner Zeit als Soldat im Iran-Irak-Krieg, und die Serie „Terrorist“. 

Humanismus für eine widersprüchliche Gesellschaft

Die neue Serie „Ya Ali Madad“ über die verlorene Tradition des spirituell inspirierten, mit viel Stolz und Würde ausgetragenen Ringersports zeigt sich milder. Mit ihnen will Hassanzadeh eine dem Verschwinden anheimfallende, Jahrtausendealte Praxis wieder ins kollektive persische Gedächtnis rufen. Die immer gleiche historische Aufnahme einer Männergruppe im Ringerkostüm hat er kalligrafisch mit dem Wort „Ali“ vollgeschrieben, die Schriftzüge auf den gold-, türkis- und pinkfarbenen Hintergründen hallen als sich permanent wiederholender Ruf wie stumme Schreie aus einer vergangenen Zeit. Damit lädt er die in kräftigen Farben gehaltene Serie sowohl künstlerisch als auch emotional auf.

ImageIndem er graphische Techniken und Malerei mischt, schafft Hassanzadeh ein visuelles Idiom das an die Pop-art erinnert und seine Vision unterstreicht: In seinen Bildern reflektiert Khosrow Hassanzadeh seinen ungebrochenen humanistischen Ansatz, er begreift die Auseinandersetzung mit der kulturell-traditionellen und der politischen Situation im gegenwärtigen Iran zugleich als seine persönliche. Politisch, um dem Iran dessen Widersprüche vorzuhalten, nichts und niemand sei frei von Politik und „jedes Kind auf der Strasse kann Politik erklären“, sagt er; persönlich, weil er selbst Teil dieser widersprüchlichen Gesellschaft ist. Obwohl seine Arbeiten Elemente der Bildsprache staatlicher Propaganda beinhalten, sieht er sich dennoch nicht als politischer Künstler. Sein Werk entspricht eher einer subtilen Transpropaganda.

Ich arbeite für die Menschen im Iran

„Respekt oder auch nur den Hauch von Anerkennung für das aktuelle Kunstschaffen gibt es nicht“, der Iran wird von einem kulturlosen Despoten regiert, dennoch würde er nirgendwo anders leben wollen. Seit das gegenwärtige Regime das Sagen hat, wird alles unterdrückt, was in den 90er Jahren bis 2003 endlich Freiheit für eine kulturelle Entfaltung gebracht hatte.

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In der Chatami-Ära war das Museum für Zeitgenössische Kunst in Teheran ein beliebter Treffpunkt. Die Kunstszene war lebendig, alle zwei Jahre gab es eine Biennale. Nun ist sie geschlossen, das Museum staatlich kontrolliert. Die Menschen seien hungrig nach Kunst, und die zeitgenössische Kunstszene sei trotz allem sehr lebendig und aktiv. Dennoch verlassen viele, vor allem Junge, das Land. Das seien der größte Verlust und Verantwortungslosigkeit, denn viele kommen nicht wieder zurück, sagt Hassanzadeh.

Vor 30 Jahre rollte die Revolution durch den Iran, der heute 45jährige Künstler war ihr begeisterter Anhänger. Als Teenager malte er Propagandabilder von Märtyrern im Großformat. Die Kunsthochschule fand er zu einseitig und verließ sie bald wieder, studierte Literatur. Anfangs zeigte er seine Bilder nie, bis ein Sammler auf ihn aufmerksam wurde und er in London eine Soloshow bekam; das war 1998. Seitdem hat er viele Ausstellungen im Westen, zu seinem größten Bedauern aber nicht in seiner Heimat. Beim iranischen Regime kommt seine kritische Analyse nicht gut an. Im Gegenteil. Dabei ist sein Konzept darauf ausgelegt: „Ich arbeite nicht für den Westen, ich arbeite für die Menschen im Iran!“

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Kabul braucht Kunst 

Hassanzadeh ist auch auf der diesjährigen Biennale in Venedig vertreten – allerdings nicht im offiziellen iranischen Pavillon, denn dorthin wurden „zwei Propaganda-Künstler entsandt. Das ist aber nicht iranische Kunst“, empört er sich. Ein Dilemma, für das er sich „schuldig fühlt“. Es gäbe so wichtige, großartige Künstler im Iran. Seine eigenen Werke wurden in dem kollateralen Event „West-Eastern Divan“ zusammen mit afghanischen und pakistanischen Künstlern gezeigt. Überhaupt haben ihn am meisten seine Ausstellungen im benachbarten Afghanistan und Pakistan Anfang dieses Jahres begeistert. In Kabul kamen zehntausend Besucher zu dieser ersten Schau zeitgenössischer Kunst seit Jahren. Die Menschen und Künstler seien hungrig danach, „die brauchen viel mehr Austausch!“. Sobald wie möglich will Hassanzadeh wieder dort ausstellen. „Kabul braucht die Kunst mehr als New York.“ Und Iran wohl ebenso.

Arndt & Partner, bis 14. November 2009; Di-Sa: 11-18 Uhr

ImageGalerie Arndt & Partner
 
photos: "Rayhan", 2004, aus der Serie „Terrorist“. (Siebdruck und Acryl auf Leinwand, 320 x 200 cm)

From the series „Ya Ali Madad“, 2008/2009, Siebdruck und Acryl auf Leinwand , 225 x 180 cm

courtesy Arndt & Partner

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