nurart.org


MAGAZIN
RUBRIKEN
FORUM
SEARCH
Neueste Beiträge
CB Login
JoomlaStats Activation
Happy Revolution PDF Drucken

Happy Revolution

Iran-Kunstfestival im Ballhaus Naunynstrasse

Image

Zwei junge Iraner, ein Mann und eine Frau, schwingen auf dem Plakat begeistert ihre Fäuste in die Luft. „Happy Revolution“ steht in großen weißen Buchstaben darüber. Auf den ersten Blick ein stimmiges Bild, die Frau trägt einen weißen Pulli und ihre dunklen Haare offen, der Mann läuft in Hemd und Lederjacke vor den Autos her. Junge, lebensfrohe Menschen eben, die etwas bewegen wollen. Doch die Autos sind nicht von heute.

von Irmgard Berner

Berlin, Dezember 2009. Es fällt auch auf, dass die Frau keinen Schleier trägt, wie es im Iran ihre Pflicht wäre. Denn die Aufnahme wurde vor 30 Jahren gemacht. Und da erschließt sich der Spott, den die Festivalmacher mit „Happy“ an dieser Stelle ausdrücken: Happy Birthday, wie glücklich kann der 30. Jahrestag der Islamischen Republik überhaupt sein? Die iranische Revolution war nie eine glückliche, nicht die von 1979 und nicht die „grüne“ Revolution von 2009. Schon mit dem Titel treffen sie in das Herz dessen, was einst hoffnungsvoll begann aber machtpolitisch mit zäher Brutalität niedergedrückt wurde. Der zynische Seitenhieb – eine adäquate Provokation.

Image

Azin Faizabad, Schablone Photo, 2004

Die Festivalmacher, das „Little Black Fish Collective“ mit dem Verein „Kultursprünge“ im Ballhaus Naunynstraße, spannen den Bogen zurück über diesen bewegten Zeitraum mit Blick von außen und gleichzeitiger Introspektion, indem sie Betroffene einbeziehen. Sie selbst gehören der zweiten Generation von Iranern an, deren Eltern entweder politisch bedingt hier im Exil leben oder freiwillig in den 60er Jahren zum Studium nach Deutschland kamen – als das noch gefördert wurde. In dem Festival feiern sie das Jubiläum auf sehr persönliche Art, insbesondere in der berührenden Ausstellung „Temporary Museum of Subjective Histories, Tehran-Berlin 1979-2009“.

An die 70 Zeitungen wurden im Iran in den letzten Jahren verboten. Dieses Faktum wird sofort augenfällig, wenn man die Ausstellung im Untergeschoss betritt. Denn Zeitungsstapel pressen sich in Regalfächer in der Mitte des niedrigen Raumes. Die Regale bilden einen kleinen Raum im Raum, ihre unruhigen Oberflächen aus vergilbten Papierkanten dienen gleichzeitig als Projektionsfläche für Dias. Abwechselnd leuchten die Lichtbilder motivlos als leere Flächen oder sie projizieren Wortfetzen aus Interviews auf die Regalwände. Hinter den persischen Zeitungen verbirgt sich ein intimer Bereich, eine Ruhezone, in der man sich in Bücher, Zeitungen und einen Zettelkasten mit persönlichen Schriftstücken vertiefen kann.

ImageEin schlichtes Archiv bietet dieses „vorübergehende Museum“ und macht neugierig angesichts der Tatsache, dass die Vernichtung von Dokumenten in der iranischen Geschichte Tradition hat. Die Objekte sind von meist privater Provenienz: Alltagsgegenstände zur Körperpflege wie Rasierpinsel, Mundspray oder Lippenstift – inzwischen verpönt im Iran, Wertgegenstände oder Schallplatten und Briefe. Dinge, die die jungen iranischen Künstler Afagh Irandoost und Kaya Behkalam in monatelanger Recherchearbeit aus dem persönlichen Besitz von Exiliranern und iranischen Migranten in Berlin gesammelt und zusammengestellt haben. Mit der Anordnung in Vitrinen schaffen sie einen Assoziationsraum nicht nur für subjektive Geschichte(n), sondern auch eine Reflektion über die Geste des Sammelns und Archivierens an sich. Sie beziehen sich dabei auf einen im Iran offiziellen Erinnerungskult - an die Revolution von 1979 und die Kriegserfahrung gegen Irak - in dem die letzten Habseligkeiten der Gefallenen in Vitrinen ausgestellt werden.

Image

In der offiziellen Geschichtsschreibung fehlt von den hier gezeigten Erinnerungsdingen aber jede Spur: So hat der Aktivist Hamid Nowzari ein kleines Bild aufbewahrt und zur Verfügung gestellt, das ein politischer Gefangener 1971 gemalt und ihm später geschenkt hat. Es zeigt das für seine Grausamkeiten berüchtigte „Evin“-Gefängnis als Gebäudequerschnitt mit Zellen und Inhaftierten. Ein weiteres berührendes Zeugnis ist ein gesticktes See-Motiv mit idyllischem Sonnenuntergang und Seerosen. Die Autorin Monireh Baradaran, die neun Jahre im Gefängnis teils in Einzelhaft zubringen musste, hat es 1989 mit in die Zelle geschmuggelten Fäden gestickt. Der Entwurf bezieht sich auf die Atmosphäre nach dem Massenmord in iranischen Gefängnissen im Sommer 1988. Die Seerosen sind das Symbol der Reinheit der jungen Mädchen, die in jenem Jahr hingerichtet wurden. Auf der anderen Seite des Sees scheint die große glänzende Sonne, „vielleicht ist sie die Wahrheit, die sich dem eröffnet, der sich ihr nähert.“

Ballhaus Naunynstraße 27, Kreuzberg, täglich 18-22 Uhr, bis 21. Dezember

Dieser Artikel erschien auch in der Berliner Zeitung vom 15. 12. 2009

Слева поднялась "Вуду для чайников" стена гор, и такая же справа.

Фрике навьючил лошадей, "самый дешевый автокредит в томске" и они отправились в Южный Прованс, "уралсиб ставки по вкладам" в Сиваль.

Однако на востоке, чуть-чуть пониже "Фокус-покус от Василисы Ужасной" экватора, виднелась серебряная "Каждая может быть принцессой" полоска расплавленного металла, терявшаяся в сероватой дымке.

Девушке оставалось только удивляться "Черное кружево, алый закат" капризам своей судьбы, благодаря которой "Magic English Picture Dictionary Волшебный англ. илл. словарик Моя семья" она в столь короткий срок перенеслась из "Все золото мира или Отпуск в Зурбагане" Кракова под стены "Таблица умножения в стихах" осажденного Константинополя и попала в тюремную камеру.

Я "Загадка княжны Таракановой" закажу что-нибудь для твоего желудка.

Наконец, повернувшись на каблуках, шагнул в темноту.

 


ART
KÜNSTLER
KALENDER
Beliebte Beiträge
ABOUT US
Kontakt
Mission Statement
About us
nurart.org RUBRIKEN Reviews Happy Revolution


© 2010 nurart.org