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„Lebt und arbeitet in Wien III“ in der Kunsthalle Wien

Wien, März 2010. Die Wiener Kunstszene ist vielseitig und eigenwillig, aber auch kritikfähig. Das ist nichts Neues. Diesen Kunststandort aber zum Inhalt einer Ausstellung zu machen, ist eher ungewöhnlich. Die Kunsthalle Wien begibt sich mit „Lebt und arbeitet in Wien III“ nun schon in die dritte Auflage einer Gruppenschau, zu der sie ein internationales Kuratorenteam einlädt, diese Szene, ihren Gestaltungsreichtum, ihre urbane Landkarte neu zu vermessen und in ihren Räumen zu bündeln.

von Irmgard Berner

Lisa Ruyter, The City Under The Sea, 2007 © Lisa Ruyter, Courtesy die Künstlerin; Georg Kargl Fine Arts, Wien; und Galerie Thaddaeus Ropac, Salzburg/Paris, Foto: Tania Marcadella, Wien

Alle fünf Jahre – zum ersten Mal fand sie 2001 statt - fungiert die Kunsthalle mit dieser Ausstellung quasi als Entree zu den Ateliers der Künstler, als verlängerte Werkbank macht sie das künstlerische Schaffen in seiner vollen Bandbreite sichtbar. Die Kuratoren Xenia Kalpaktsoglou, Co-Direktorin der Athen Biennale, Raphaela Platow, Direktorin des Contemporary Arts Center, Cincinnati und Olga Sviblova, Direktorin des Multimedia Art Museums, Moskau verweisen mit dem Untertitel der Schau „Stars in a Plastic Bag“ augenzwinkernd auf die künstlerische Beute, die sie auf ihren Streifzügen durch die Ateliers und Galerien Wiens machten.

Künstler brauchen Denk- und Arbeitsräume. Leben und arbeiten sind denn auch die wesentlichen Parameter, die ihre existenziellen Räume definieren und einzelne Künstlerbiografien formatieren. Die Künstler, die in Wien einen Lebens- und Arbeitsmittelpunkt gefunden haben, zeigen sich einerseits als Global Players, pendeln zwischen Großstädten wie New York und Berlin und sind als Multitasking-Spezialisten in den unterschiedlichsten Medien zu Hause. Andererseits erweisen sie sich als Local Scouts, die aus den kulturellen Ressourcen der Stadt ihre Ideen und Inspirationen gewinnen.

Lukas Pusch, O.T. (aus der Serie KAISERWALZER), 2008, Privatbesitz, © Lukas Pusch, Foto: Lukas Pusch

Einen Schwerpunkt der Ausstellung bilden zwölf Künstlerpositionen, deren Herz für die Malerei schlägt, und die das klassische Medium facettenreich aktualisieren. Außerdem betont die Schau gestische sowie expressive künstlerische Ausdrucksformen, deren post-aktionistische Haltung sich in Videos wie dem von Rudolf Polanszky widerspiegelt. Die teilnehmenden Künstler sind vorwiegend in den 1970er Jahren geboren und nutzen die Ausstellungshalle als erweitertes Atelier, indem sie ihre Werke vor Ort realisieren. Die Kunsthalle wird zum Hot Spot der Produktion, wo anstelle aufwendiger Ausstellungsarchitektur großformatige Werke den Raum akzentuieren. Die Kunst spielt mit Alltagssujets und Populärkultur, changiert zwischen High und Low Art. Sensible, konzeptuelle und manchmal auch sperrige Zugänge ergänzen die weite Spannbreite künstlerischer Vielfalt. Auffällig ist, dass sich auch die zeitgenössische Wiener Kunst in vielen Bereichen nicht mehr ausschließlich an das Werk binden will und in Performances, Lesungen und gattungsübergreifenden Kooperationen ihren künstlerischen Spielraum erweitert: Der raumgebundene Träger Ausstellung öffnet sich in den Lebensraum der Stadt und bildet ein Netzwerk mit den Arbeits- und Gedankenwelten der beteiligten Künstler.

So auch dem Salon für Kunstbuch von Bernhard Cella, der als Projekt zwischen Selbstzweck und wirtschaftlichem Unternehmen oszilliert, spezifische Formen des Handels analysiert und alternative Zugänge kommerzieller Verwertbarkeit generiert.

Kunsthalle Wien, 05. März - 30. Mai 2010

KünstlerInnen: Maria Bussmann, Bernhard Cella, Cut and Scrape, Svenja Deininger, Daniel Domig, Thomas Draschan, Christian Egger, Oliver Hangl, Lone Haugaard Madsen, Kathi Hofer, David Jourdan, Tillman Kaiser, Luisa Kasalicky, Manuel Knapp, Markus Krottendorfer, Constantin Luser, Mahony, Stephen Mathewson, Mara Mattuschka, Drago Persic, Katrin Plavcak, Rudolf Polanszky, Lukas Pusch, Alexander Ruthner, Lisa Ruyter, Isa Schmidlehner, Hubert Sielecki, TOMAK, Nadim Vardag, Jannis Varelas, Martin Vesely, Marianne Vlaschits

 

Constantin Luser, Mano Lisa, 2009, Courtesy Galerie Christine König

 


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