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Kunstsaele Berlin PDF Drucken

Experiment Bülowstraße

Sammlung, Galerie, Salon: Mit den Kunstsaelen Berlin eröffnet ein innovatives Ausstellungsmodell

Noch knirscht der schwarze Kieselsand auf dem Bürgersteig, Restspuren des eisigen Winters liegen wie ein dunkler Teppich auf den Gehwegen in Berlin-Schöneberg. Doch in der Beletage des Hauses Bülowstrasse 90 strahlen die hohen Altbauräume in frischem Weiß, Stuck und Parkett sind aufpoliert, die Räume mit indirekter Beleuchtung lichtdurchflutet. In den großzügigen Interieurs hat ein neues Ausstellungsformat Einzug genommen: die Kunstsaele Berlin.

von Irmgard Berner

Dieter Krieg: "Einsamkeit des Blindgängers", Kohle auf Leinwand. Sammlung Oehmen. photo: iberner

.„Es ist ein Experiment“, sagt Michael Müller, selbst Künstler, und Mitinitiator der Kunstsaele. Er unterstreicht damit den Prozesscharakter der Einrichtung, die die Sammlungen Oehmen und Bergmeier, die Galerie Aanant & Zoo und einen Salon unter den eleganten Stuckdecken beherbergt. Eine Art Versuchsanordnung also, die hier stattfindet und drei Ansätze synergetisch verbinden soll. Ein Experiment auch deshalb, weil zum einen die beiden Sammlungen sehr unterschiedlich sind – war die Sammlung Bergmeier früh auf Informell und Konkret ausgerichtet, so sammelte Stephan Oehmen figurative Malerei und wendet sich nun verstärkt jungen zeichnerischen Positionen zu. Zum anderen stellt mit Alexander Hahn von Aanant & Zoo ein Privatgalerist sein Programm vor, und ab April lädt der „Salon populaire“ unter der Federführung der Kuratorin Ellen Blumenstein zu Gesprächen, Performances, Workshops und interdisziplinären Konzerten ein. Das macht neugierig, zumal hier eine Verflechtung von Mäzenatentum mit kommerziellem Galeriebetrieb angelegt ist. Michael Müller, dessen Werke über die Jahre von beiden Sammlern gesammelt und von der Galerie vertreten werden, hat die Drei erst miteinander bekannt gemacht. Das war letzten Herbst. „Dann hatten wir diese Räume und innerhalb von zwei Tagen mussten wir uns entscheiden, ob wir dieses Experiment eingehen. Und wir versuchen es!“

In den Mittelpunkt ihrer ersten Schau stellen die Kunstsaele die „Zeichnung“ und entwerfen damit - wie das Ursprungsmedium selbst - eine erste eigene Skizze des neuen Ausstellungsformates. Sehr anschaulich wird das Skizzenhafte in der Arbeit von Jenny Michel, die das Phänomen Staub wie in einer Forschungsarbeit auf Zetteln und Transparentpapier akribisch zeichnend untersucht und diese in einer eigenen Bildkomposition auf die Wand klebt. Auf eine andere, nebensächlich erscheinende Welt von Details fokussiert Dieter Krieg seine Aufmerksamkeit, er portraitiert in seinen comicartigen Zeichnungsserien die Außenwelt, mit Kohlestift zeichnet er eine Sonnenbrille und schreibt daneben lakonisch „Die Einsamkeit des Blindgängers“. Eine stark introvertierte Sicht zieht den Blick in die von Schrift- und Zeichenwolken durchzogenen Großformate von Michael Müller, der auf den aus vielen DinA3-Blättern zusammengefügten Papierflächen Innenwelten kartografisch abtastet und schwebende Traumkosmen schafft. Der Prozess des Zeichnens wohnt auch den seriellen Arbeiten der amerikanischen Konzeptkünstlerin Channa Horwitz (*1938) inne. Sie erinnern vielfach an mathematisch-musikalische Aufzeichnungen, an grafische Notationen mit Op-Art-Effekten. Mit Werken von Channa Horwitz sind auch bereits Überschneidungen mit der Galerie Aanant & Zoo geplant, und darüber hinaus ein erstes Projekt im Salon: Die vier jungen Musikerinnen von Quartett plus1 komponieren nach Zeichnungen von Channa Horwitz an einem intermedialen Streichquartett.

Die Galerie Aanant & Zoo eröffnet ihre drei neuen Räume mit einer Einzelausstellung des jungen, spanischen Konzeptkünstlers Fernando García. Der Titel „Vakiopaine“ weist bereits auf Garcias Kunst-Spiel mit Worten hin. Er benutzt Sprache – in diesem Fall die finnische - wie ein Ready-Made, das er „findet, abstaubt und neu arrangiert“. In einer Serie von 138 Aquarellen zeigt Garcia bunte Assoziationsskizzen, zu denen er sich während eines Arbeitsaufenthaltes in Finnland inspirieren ließ.

Trotz oder gerade wegen der Unterschiedlichkeit der beiden Sammlungen erkennt man gut, wie subjektiv Sammeln ist, und wie groß die Begeisterung des Sammlers am einzelnen Kunstwerk. „Wir hinterfragen aber auch, wieweit einzelne Künstler noch im Gespräch stehen oder wieder zum Gespräch finden“, sagt Michael Müller, „wer war vor 20 Jahren groß angesagt und ist heute in Vergessenheit geraten.“ Der jüngste, Mariusz Tarkawian, 1983 geboren, steht hier im Zwiegespräch mit dem ältesten, dem kürzlich verstorbenen Ruprecht Geiger, geboren 1908. Die Kunstsaele werden mit viel Leidenschaft betrieben, das spürt man schon jetzt, und der widersprüchliche Ort Bülowstrasse ist um eine Kulturattraktion reicher. Wenn als verbindendes Fluidum noch der Salon zum Gespräch einlädt, dann wird der Weg in Berlins mittleren Westen immer lohnenswerter.

Kunstsaele Berlin, Bülowstr. 90, Berlin-Schöneberg. Öffnungszeiten: Di - Sa: 11 - 18 Uhr. Bis 10. April.

Bildnachweis: von oben nach unten:

Michael Müller, Das Portrait des Herrn Cantor, Sammlung Oehmen. Henri Michaux, Movements, Sammlung Bergmeier. Fernando Garcia, Aquarell #36, Galerie Aanant&Zoo | photos: Jan Brockhaus. Philipp Loersch, aus der Sammlung Oehmen | photo: iberner.

Ansichten Kunstsaele. Photos: Jan Brockhaus

 

 

Dieser Artikel erschien auch in der Printausgabe der Berliner Zeitung, Di. 2. März 2010

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