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Der Zwerg daheim

Zwischen Pop und Konzept: die Collagen des Venezolaners Arturo Herrera

Das Bein von Bambi, das Auge des dicken Zwerges am Schlüsselloch, die spitzen Türme von Schloss Neuschwanstein aus Disneys Cinderella. Es sind Fragmente, ausgeschnitten aus Comicfiguren und wild umwuchert von aufgeklebten und übermalten Umrisslinien, die wie Fäden und Schlieren zerfließen, verknoten und verknäueln, fast bis zur Unkenntlichkeit. Arturo Herrera fordert mit seinen großformatigen Collagen das Auge des Betrachters.

Von Irmgard Berner

Zwergenkopf und Blütenblätter ausgeschitten und auf die Fensterscheibe des Wintergartens geklebt: "Nelken (nach P. O. Runge) und Zwerg", 2010. PVC-KLebefolie auf Fenster. Photo: ©iberner/nurart

 

Wo genau schlängelt sich die Straße zum Schloss, wo löst der Riesenzwerg sich aus dem bunten Netz des aufgelösten Motivs? Was erkennen wir, was nicht?

Der Venezolanische Maler fordert aber vor allem die kollektive Erinnerung, und die Disneyfiguren dienen ihm dabei als Zitat aus jener globalen Bilderwelt, die sich medial und mächtig in die Gehirne der Menschen eingebrannt hat. Mit ironisch geschliffenem Messer und in kräftige Farbe getauchtem Pinsel nimmt Herrera den Kampf auf. Obwohl er dafür die Bildsprache der amerikanischen Comic-Welt ausbeutet, halten sich konzeptuelle Idee und Pop-Ästhetik die Waage - allerdings immer mit dem Risiko, dass der Betrachterblick aus den Linien kippt. Dennoch macht das Aufschlüsseln Freude: Warum sitzt ein alter Mann, gezeichnet wie in einem Cartoon und als sich wiederholendes Motiv auf dunkler Tapete, unter einem Baum und angelt im Nirgendwo? Oder angelt er im Unterbewusstsein?

Arturo Herrera, 1959 in Caracas geboren, spielt mit Zeit-, Bild- und Geschichtsebenen. In der Ausstellung „Home“ denkt und arbeitet er gleichsam über den Bildrand hinaus: das Haus am Waldsee hat dem in den USA erfolgreichen Künstler und seinen Collagen all seine Räume überlassen. Er skizziert darin das eigene Heim als Reich der Erinnerungen. So wie er in dem großformatigen Cut-Out von Schloss Neuschwanstein den Wohnsitz des bayrischen Königs Ludwig II zitiert, gibt er jedem Raum in der Zehlendorfer Villa eine heimeligere Farbe: dezent verleiht ein warmes Beige dem großen Saal im Erdgeschoß wohnliche Ruhe. Hier hebt sich auch das monochrome Rot der Skulptur „Untitled (Alice)“ von 2009 kräftig ab. Dieses zweidimensionale, vertikale Objekt ruft allerlei Assoziationsbilder herbei – während man sich noch fragt, ob es sich um eine Gebirgskette mit spitzen Gipfeln handelt, erschließt sich dem Blick plötzlich doch die Figur eines liegenden, ausgeschnittenen Hasen, Disneys Hase Bunny. Herrera will den Wiedererkennungswert, und will ihn auch nicht. Die rote Fläche mit der gezackten Kontur ist des Hasen Negativbild.

In grünstichiges Ocker taucht Herrera die Wände des Mittelzimmers, und schafft damit nicht nur den schwebenden Untergrund für seine kleinformatigen Torten-Collagen aus einem illustrierten Konditorenbuch von 1925, sondern erzeugt zugleich eine atmosphärische Rückbesinnung auf die bürgerliche und private Geschichte des Hauses, das 1922 von einem jüdischen Industriellen erbaut wurde. „Home“ bedeutet aber auch, dass der Künstler selber inzwischen hier, in Berlin, zuhause ist. 2003 kam er von New York zum Arbeiten in die Stadt, vor einem Jahr beschloss er zu bleiben. Studiert hat Herrera in Chicago, der gebürtige Südamerikaner wurde also künstlerisch in der amerikanischen Pop-Kultur sozialisiert.

In seinen vielschichtigen Collagen aus Zeitungsausschnitten, Comics und Kinderbuchillustrationen verarbeitet Herrera Zitate der Massenkultur und liegt damit auf den ersten Blick im zeitgenössischen Trend. Gleichzeitig treibt er aber die Tradition etwa der Kubisten und Dadaisten immer weiter. Seine akribischen Zuschnitte aus Filz, Papier und Stahl, sein Spiel mit Negativ- und Positivformen und Übermalungen unterzieht er einem Fragmentierungsprozess oft bis zur Unkenntlichkeit. Denn über das Abstrakte in der Kunst sei doch alles gesagt. Was bleibt, ist das Zitat - ausgeschnitten und neu aufgeklebt. Schicht für Schicht.

Home - Arturo Herrera - bis 13.06. Di - So 11 - 18 Uhr, Mi 11 - 20 Uhr

Haus am Waldsee

Argentinische Allee 30
14163 Berlin
T. +49.30.8018935
F. +49.30.8022028
Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

Öffnungszeiten: Täglich 11 bis 18 Uhr

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