nurart.org


MAGAZIN
RUBRIKEN
FORUM
SEARCH
Neueste Beiträge
CB Login
JoomlaStats Activation
Ali Kazma - bei Tanas PDF Drucken

Der selektive Blick

Ali Kazmas 8 Videoarbeiten "Things We Do" aus der Serie "Obstructions" bestechen durch ihre präzisen Tiefenblicke in Arbeitsprozesse nicht nur der Massenproduktion sondern auch der Handarbeit

Berlin, Mai 2010. Ali Kazmas "Things We Do" kann man wörtlich nehmen - Dinge, die wir tun - mit den Händen tun, allein mit den Fingern als Werkzeug oder mit Werkzeug in Händen. Unser Tun, gelenkt von einem Geist, der ordnend wirkt.

von Irmgard Berner

Slaughterhouse, 2007 (Video Still);Single channel video, 10 min, © Ali Kazma, Tanas Berlin

In einer Großinstallation mit acht gleichzeitig laufenden Videoarbeiten in der weitläufigen Halle des Kunstraumes Tanas steht der Betrachter mitten drin in mit rasendem Tempo ablaufenden Herstellungsprozessen. In Fabrikshallen oder in Kleinwerkstätten, in maschinell gesteuerten Fließbandabläufen oder ganz nah dran an konzentrierter Feinanfertigung von Einzelstücken. Ein faszinierendes Panoptikum über den permanenten Versuch des durchindustrialisierten Menschen, das Chaos zu bändigen.Chirurgenhände in Nahaufnahmen, die bei einer OP mit einem Feinmechanikbohrer durch eine weibliche Schädeldecke bohren. Jeans, zu Tausenden über- und nebeneinander gestapelt, werden von flinken Händen wie im Zeitraffer gebügelt und geplättet. Auf der Großprojektion daneben hängt ein Rinderkadaver schwer vor der weißen Kachelwand und zieht langsam am Betrachter vorbei. Schnitt. Laut schnarrend fährt die Motorsäge durch den Knochen oberhalb des Rinderhufs. Schnitt. Blut sprudelt im Spülwasser durch den Rinnstein und wird glucksend vom Gulli verschluckt. Kräftige Finger in Gummihandschuhen reißen einen Fleischfetzen vom aufgeschlitzten Bauch.

Das alles ist nichts für Schwachbesaitete. Obwohl es sich um nichts anderes als die - allerdings höchst präzise - optische Verflechtung von Produktionsprozessen handelt. Kazmas Blick ist dabei ebenso präzise wie die Handwerks- und Herstellungsabläufe, die er abbildet. Stanzen, Schneiden, Sägen, Bohren, Putzen, Klopfen, Klassifizieren, eine ständig wechselnder Rhythmus- und Geräuschcocktail umgibt einen, Schnitt- und Montagetechnik verstärken die sinnliche Wirkung.

Ali Kazma betreibt Langzeitbeobachtungen von Menschen bei ihren täglichen Arbeitssituationen während sie etwas herstellen, reparieren, instandhalten. In einem Stahlwerk bei Istanbul, einem Schlachthof wo Tiere durch Schächtung getötet werden, in einer Uhrenmacherwerkstatt oder eben bei einem Hirnchirurgen der an Morbus Parkinson Erkrankten Erleichterung verschafft. Der feine lange Bohrer bohrt sich wirklich durch die Schädeldecke der Kranken, ihre Augenlider blinzeln, sie ist bei vollem Bewußtsein. Später erfährt man, dass die Operation gelungen ist, die Frau kann ohne die schweren Symptome weiterleben. Sie muss noch nicht sterben. Noch nicht. Aber irgendwann wird sie dennoch sterben. So wie wir alle.

Die Arbeiten des türkischen Künstlers bewegen sich mit ihrer physischen Bildmächtigkeit damit auf einer sehr subtilen, metaphysischen Ebene.

Ali Kazma über seine Arbeit: "Mich interessiert besonders der Lauf der Dinge. Bei Clock Master gefallen mir die verschiedenen Wege der Annäherung an das Thema der Zeitlichkeit – Zeit als Wandel, als Verfall im Gegensatz zum unablässigen Kampf der Menschen darum, sie zu besitzen oder zu kontrollieren – durch Intellektualisierung, Systematisierung, Formgebung, Fürsorge usw. Letztlich ist es aber selbstverständlich ein verlorener Prozess. Im Fall des Uhrmachers arbeitet ein Mann daran eine Repräsentation von Zeit zu reparieren, eine Uhr durch und über die hinweg Zeit vergangen ist. Der menschliche Wille als lokale und zeitliche Blockierungen (Obstructions) gegen die Zeitlichkeit und/oder die Zeitlichkeit als ultimative Blockierung gegen den menschlichen Willen/das menschliche Verlangen. Blockierung ist für mich ein Codewort für die komplizierte Koexistenz von beidem."

Ali Kazma ist 1971 in Istanbul geboren und lebt nach einem Film-Studium an der New School, N.Y.C. heute wieder in seiner Heimatstadt.

 

photos: Tanas_presse

Kunstraum Tanas, verlängert bis 5. Juni. Führungen: jeden 1. und 3. Sonnabend im Monat, zum letzten Mal: 5. Juni.

Правда, "Скачать драйвера для ati radeon"лицо выглядит намного бледнее, чем обычно, но это пустяки.

Ананке, ты же видишь, что я "Игры гонки на 3 игрока"прав!

Темные проемы открытых дверей двух каменных домов справа и слева от него казались черными "Скачать разбойники песня"провалами, ведущими в саму "Скачать игру спаун"преисподнюю.

Наконец в хижину вошла сама Пу.

Поля просто отталкивали все, вступавшее в их зону действия, с "автокредит томск"такой силой, что ее хватало бы на то, чтобы "Скачать троянские программы"отбросить артиллерийский снаряд к месту ведения огня.

 


ART
KÜNSTLER
KALENDER
Beliebte Beiträge
ABOUT US
Kontakt
Mission Statement
About us
nurart.org RUBRIKEN Reviews Ali Kazma - bei Tanas


© 2010 nurart.org