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Schwarz ruht der See

Real oder surreal? „Open Landscapes“ - die alte Sehnsucht Landschaft

Vier Künstler, vier Positionen: die Galerie Wagner + Partner lotet mit Werken der Malerei und Fotografie aus, wieweit und warum das Phänomen Landschaft heute noch fasziniert - eine gelungene Schau im entkernten Säulenraum.

photo: Thomas Wrede, Drive in Theatre, 2009, Lamda Print / Diasec, 140 x 190. courtesy Wagner + Partner

von Irmgard Berner

Es ist eine brüchige Landschaft, die sich auf Friederike Jokischs Gemälde ausbreitet. Eine beklemmende Düsternis lastet auf dem Laubwaldufer am schwarz schimmernden See. So als beschwöre es ein Untergangsszenario herauf, wie wir es derzeit durch die Ölpest erleben, die sich zerstörerisch im Golf von Mexiko in die Sumpfgründe der Naturreservate hineinfrisst. Und selbst das Weiß der am Wasserrand locker skizzierten Behausung kann kein Gefühl von Nestwärme suggerieren. Wäre da nicht ein licht aufbrechender Schein im blau-violett durchzogenen Himmel, der die Bäume mit einem Anflug von Hoffnung bestäubt, so wiese das von der jungen Neo Rauch-Schülerin in Ölpastell auf Papier gemalte Großformat „Domizil“ von 2009 mehr auf eine Unterwelt hin als auf einen Sehnsuchtsort. Oder ist es ein überformtes Traumbild, aus dem der Alb gerade entflieht?

In idealtypischem Blau, aus Traum und Himmel gemischt, strahlt das Großphoto daneben: auf „Felswand #3“ aus der Serie „Terraform“ von Josef Schulz verdichten sich die steinernen Falten und Runzeln einer schier unüberwindbaren Gebirgswand zu einer verschatteten Bergspitze hin, am rechten Bildrand gleißen Schneeflecken weiß im letzten Sonnenlicht. Schulz hat alle Spuren menschlicher Zivilisation und Eingriffe in die Natur aus dem Bild eliminiert. Mit digitalen Interventionen zielt er in dieser Serie auf eine ästhetische Überhöhung und Idealisierung, rekonstruiert die verlorene Ursprünglichkeit der Natur und schafft damit „innere“ Bilder des Menschen von der Landschaft. Und wir lassen uns gerne verführen von der Illusion, dass es Natur so vielleicht noch irgendwo gibt und uns an Orte locken, die unsere romantisch veranlagte Seele wachküsst, ohne dem Kitsch anheimzufallen.

Dafür braucht es Abstand und einen nüchternen Blick. Die Bildansätze, die in der Ausstellung „Open landscape“ zu sehen sind, haben diese Distanz. Die Galerie Wagner + Partner zeigt vier Künstler mit Positionen der Malerei und Fotografie, um an ihren Werken auszuloten, wieweit und warum das Phänomen Landschaft heute noch fasziniert. Eigentlich auf Werke der Fotografie spezialisiert, wagt sie hier eine konfrontative Gegenüber- und Nebeneinanderstellung der beiden Genres, deren Grenzen längst fließend geworden sind und sich immer mehr verdünnen. Malerische Aspekte haben in die Fotografie Einzug genommen, die Malerei bedient sich facettenreich der Fotografie, sie inspirieren, befruchten, ergänzen einander gegenseitig.

photo: Josef Schulz, Terraform; Felswand #3, 2008, C-Print / Diasec, 180 x 230 cm

Aus dieser Spannung gewinnen auch die Arbeiten von Thomas Wrede ihren Reiz: Er bildet die Wirklichkeit fotografisch ab, greift aber gezielt in sie ein, indem er ihnen eine eigene Szenerie implantiert. In der Serie „Real Landscapes“ kombiniert er die reale Landschaft und ihre natürliche Schönheit mit Dingen wie Autos oder Häusern. Wie Archetypen benutzt er dafür Elemente aus dem Modellbau, die jedem hier bekannt sind und zapft damit das Bildpool in unseren Köpfen an. Dabei schafft er Landschaftsbilder, die verführerisch glaubwürdig wirken und die romantische Projektion überhöhen. In dem Foto „Drive In Theatre“ steht der Betrachter vor einem dramatisch zwielichtigen Himmel am algengrünen Meeresstrand. Im Fokus steht eine kleine grüne Tafel mit der Aufschrift „Drive In“, man erkennt sofort die Autokinoleinwand, zwei kleine künstliche Palmen an beiden Seiten verstärken die Wirkung. Das Spiel zwischen Imagination und Realität treibt Thomas Wrede in seinen komprimierten, fiktiven Landschaftsinszenierungen mit viel Irritation und augenzwinkernder Ironie.

Obwohl die raue, abgeschabte Betonarchitektur des hohen Galerieraums sehr dominiert, seine schroffen Maueroberflächen, der rohe Estrich mit seinen Betonflecken und die zur Straße gerichtete Glasfront eine immense Kraft haben, behaupten sich die Großfotos und Malereien darin. Im Gegenteil: sie erhalten eine Bühne, werden zu Fenstern mit faszinierenden Ein- und Ausblicken auf weite, surreale Horizonte und Himmel, auf Dünen und Pfützen, Furchen und Krusten. Ihre Lichtschimmer und Mikrostrukturen heben sich aus dem von allen Wand- und Bodenverkleidungen entkernten Säulenraum und formen so ein eigenes, moribund modernes Landschaftsbild. Jokischs schwarzer Ölsee findet hier ein adäquates Domizil.

Friederike Jokisch, Domizil, 2009, Pastell auf Papier, 150 x 211 cm. photo: courtesy Wagner + Partner

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Galerie Wagner + Partner, "Open Landscape" Peter Dreher, Friederike Jokisch, Josef Schulz, Thomas Wrede

21.05. – 31.07.2010, Öffnungszeiten: Di - Sa 12 - 18 Uhr und nach Vereinbarung

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photo-credits: Peter Dreher, Schöne Tage im Hochschwarzwald, 2000 – 2001, 72 x 132 cm, Öl auf Pappe auf Holz montiert. Friederike Jokisch, Domizil, 2009, Pastell auf Papier, 150 x 211 cm. Josef Schulz, Terraform; Felswand #3, 2008, C-Print / Diasec, 180 x 230 cm. Thomas Wrede, Drive in Theatre, 2009, Lamda Print / Diasec, 140 x 190, Ed.5 +2AP Thomas Wrede, In the Tertiary Valley, 2008, 140 x 180 cm, Lamda Print / Diasec,, Ed.5 +2AP. Galerieraum - photos: iberner|nurart

Dieser Artikel erschien in der Print-Ausgabe der Berliner-Zeitung am 8. Juni 2010

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