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Sind Sie noch trittsicher, Herr Bock?

Temporäre Kunsthalle Berlin: Über eine Ausstellung, die die letzte ist, ein Erdloch und einen Rundgang, der zur Klettertour wird - und einfach Spaß macht.

von Irmgard Berner

Was passiert, wenn 63 Künstler gemeinsam an einem Turmhaus bauen? 63 Ansätze, 63 Ansichten, 63 Anbauten. Solch ein Vorhaben kann doch nur im Chaos enden oder einem Turmbau-zu-Babel ähnlichen Szenario - und scheitern. Nicht so, wenn der spleenige Künstler John Bock für die Aktion das Heft in die Hand nimmt, als Bauleiter, Bühnenbildner, Spielführer und Selbstspieler die Performance inszeniert und kontrolliert. Nicht so auch, wenn die Location Temporäre Kunsthalle heißt. Nicht so also, weil die Location Temporäre Kunsthalle heißt, diese Sperrholzbox am Berliner Schlossplatz, die seit zwei Jahren eine echte bis permanente Kunsthalle – zum Teil – ersetzt. Und nicht so, wenn diese Kiste nun ihren letzten Auftritt hat, man mit Readymades aus dem Baumarkt und von einer Gerüstbaufirma ein wahres Wespennest in sie hineinzimmern, Löcher in sie schneiden und Balkone aus ihr kragen lassen kann, weil sie nach dem 31. August sowieso abgebaut wird. Also ist der Turmbau nun tatsächlich passiert und entstanden ist ein „FishGrätenMelkStand“. Was nach wollmilchlegender Eiersau klingt – dieses alles, am besten sofort und auf einmal könnende Wesen – stemmt sich nun als BaukastenKlettergerüstSpielwiesenKonglomerat in der großen Kistenhalle gegen die Hallenwänd

FischGrätenMelkStand, Ausstellungsansicht: Temporäre Kunsthalle Berlin 2010. Foto: Jan Windszus © Temporäre Kunsthalle Berlin, John Bock. Courtesy: Klosterfelde, Berlin; Anton Kern, New York

Seit der Zeit der Romantik hat die Kunstgeschichte für so etwas einen Begriff festgeschrieben mit der Tendenz zur Tilgung der Grenze zwischen ästhetischem Gebilde und Realität: den des Gesamtkunstwerkes. John Bock nimmt ihn für seinen MelkStand auch ausgiebig und bis zur Obsession in Gebrauch: das Turmgebäude ist gleichzeitig Architektur, Skulptur, Bild, Raum, Mode, Design und klingt an manchen Stellen sogar nach Musik, vereinigt Künstler all dieser Genres. Es beherbergt einen Mystik-, Parapsychologie- und Erotik-Raum, zeigt Filme, drehende Taschen, Reifen- und Sockennetze und viele Scheiben getrockneter Pizza – und die riechen sogar noch nach Backofen.

All das verschachtelt sich auf vier Etagen, greift ineinander über und durchdringt sich zum Teil gegenseitig. Oder hängt frei als Mobile wie „Tingel Tangel in den Traversen“ von Johannes Wald. Versehen sind die Werkräume mit Zimmernummern und Namen, etwa „Schwarzes Loch vs. Heißes Loch“, 301, das eine Schmeißfliegenfalle mit Clobrille (Schwarzes Loch) von Andreas Slominski zeigt und gegenüber einer alten Holzleiter steht, über die der schwindelfreie Besucher in einen Dachausguck aus Plexiglas, den Björn Dahlem gebaut hat, hochklettern kann. Er wird dann auch mit einem weiten Blick über das Flachdach, den Schlossplatz und die Museumsinsel belohnt und zugleich mit der gnadenlosen Sommerhitze für seinen Mut bestraft (Heißes Loch).

Den leicht verbrannten Pizzageruch kann man sich in Martin Kippenbergers Regalraum Nr. 307 „Mutter Tod mit Pepperoni“ einverleiben, der auf des Künstlers Mutter Tod hinweist, die von einer Palette erschlagen wurde. In dieser prominenten Nachbarschaft haben sich die Modedesignerin Anuschka Hoever mit hängenden Gewändern und der junge Konzeptkünstler Karsten Födinger mit einem abgebrochenen Pissoir-Zitat auf Duchamps berühmtes Readymade im gemeinsamen Kabinett eingenistet. Das alles findet man in der obersten Etage. Schön ist hier in luftiger Höhe unter dem Hallendachgebälk auch die verkehrt herum aufgehängte Almhütte von Björn Braun. „Heimweeh“ heißt die sehnsuchtsvolle Arbeit, im Untertitel „Schweizer Krankheit“, die man nur über einen langen, frei schwebenden Steg erreichen kann, wie in den Bergen eben. In der Hütte hängt denn auch ein alter roter verdreckter Wanderrucksack mit einem winzigkleinen Schlupfloch: da drinnen haben Schwalben ihr Nest gebaut.

Überhaupt gibt es viele Nester zu entdecken in diesem FischGrätenMelkStand. Ein Ratschlag: beginnen Sie gleich oben und arbeiten sich von da nach unten, das spart Kräfte. Und trittsicher sollte der neugierige Besucher auch sein. Denn obwohl das Kunst-Chaos geordnet zum bunten Kunst-Kosmos zusammengehämmert wurde, stolpert man leicht über Balken, Stufen, Schrägen, stößt sich an niedrigen Durchgängen, Leitern und immer wieder Treppen.

Auf dem Weg nach unten – oder oben – kann man sich wandernd abarbeiten an Matthew Burbidges Atelierrumpelkammer „Backstage“, an der rosaroten Erotiklounge „Sexy Socks“ mit Softporno-Bildern von Mathew Hale, einem Objekt in Vitrine von Franz West, eingefasst im Sockenraumnetz von John Bock und sich dem freien Spiel der Assoziationen überlassen. Erfrischen kann man sich durch einen Blick nach unten an Julian Rosenfeldts Boden-Filmprojektion „The Opening“ und den wunderbar rätselhaften Miniaturobjekten, die Sean Edwards mal in eine Ecke, mal auf einen Balken oder an ein Gerüstrohr geheftet hat.

Eine der stärksten Arbeiten erwartet einen außerhalb des Riesenturmnestes in der leeren Resthalle: das Erdloch von Adrian Lohmüller. Einen zwei Meter tiefen Schacht hat er in den Hallenboden gebuddelt und den Erdaushub an die Wand gehäuft. In einiger Entfernung, im Schutz des Turmes, kann man diese Erde schäufelchenweise in Briefumschläge füllen – und auf ein fernes Pazifik-Atoll schicken, alles Weitere sei nicht verraten. Denn zu entdecken gibt es in diesem multiplen Stalle wahrlich Vieles. Und alles hat natürlich Konzept und ist Teil der Performance, die John Bock sich ausgedacht hat. Trotz seines obsessiven Zugriffs gilt die Empfehlung: hingehen, rumklettern und Spaß haben.

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John Bock, Künstler Kurator. Photo: ©iberner

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