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Rosa Barba - Filmkünstlerin PDF Drucken

Feier der Vergessenheit

Mit starken Filmskulpturen beeindruckt Rosa Barba in der Galerie carlier | gebauer

Berlin, Mai 2011. So hat man die Sammlungsstücke der Neuen Nationalgalerie noch nie gesehen. Schemenhaft tauchen sie auf aus dem Dunkel. Ein schwarzer Katzenkopf , Bronzeköpfe mit leerem Blick, der wunderbar weiche Rücken eines liegenden Aktes. Sobald das Licht sie streift, streift sie ein Moment des Erwachens, bevor die gefräßige Dunkelheit sie wieder verschluckt. Die Kamera wandert weiter, ihr Blick erfasst Skulpturen und Miniaturen, formiert sie im bläulichen Schimmer neu, geheimnisvoll, unheimlich. Stücke der klassischen Moderne in stoischer Grabesruhe, ausgelagert. Während wir fiktiv hinabsteigen in die dunkle Lagerwelt des Verborgen und Vergessenen, scheinen uns ihre Schätze aus den Tiefen des Museumsdepots entgegen.

von Irmgard Berner

Eine starke, eine beeindruckende Arbeit, die die Künstlerin und Filmemacherin Rosa Barba in den Hauptraum der Galerie carlier | gebauer gebaut hat. Nur spärlich erhellt das projizierte Großbild den Raum, versetzt ihn in Spannung und geisterhafte Vibration. Man kann sich dem Sog kaum entziehen, folgt der Handkamera, tastet die unterirdischen Regale mit den Skulpturen ab, fährt hinein in die Fächer mit den kunstvoll behauenen Steinen, Platten, Reliefs. Das fahle Licht erweckt die falschen Götter im Schein eines Augenaufschlags zum Leben.

„The Hidden Conference“ findet hier statt, „about the discontinuous history of things we see and don't see“, so der Titel. Diese versteckte Konferenz von 2010, auf 35mm Celluloid-Film mit optischem Sound gebannt, ist eine raumgreifende Projektion mit Süchtigkeitsfaktor. Begleitet von einem tiefen Brummen und schnarrenden Rattern gleitet ein Männerkopf langsam vor eine gemalte Wasserfläche, wird weggeschoben von einem hohen Paravent, zur Seite gedreht und vom schwarz glänzenden Bronzerücken eines gebückten Stieres aus dem Bild gedrängt. Man wird Zeuge stiller Begegnungen, ungewollter Beziehungen. In endloser Folge begegnen einander ungesehene und unkuratierte Werke, alphabetisch oder nach Jahren sortiert, die Kunstgeschichten nicht-linear erzählen. „Generationen von kultureller Hegemonie, von politischen Systemen und kuratorischen Moden“ zählen nicht mehr. Die Verlassenen sind längst neue Verhältnisse eingegangen. Die Geheimkonferenz feiert das Fest ihrer Vergessenheit. Was bleibt, ist der „Speicherort kulturellen Gedächtnisses“.

Rosa Barba baut Filmskulpturen. Die 1972 im sizilianischen Agrigento geborene Künstlerin hat in Erlangen und an der Kunsthochschule für Medien in Köln studiert. Zu Recht ist sie in den letzten zwei Jahren in das internationale Kunstblickfeld gerückt mit Ausstellungen in Amsterdam, der Tate Modern London und im Kunstverein Braunschweig. Denn mit ihren Arbeiten erfasst sie die Gesellschaft gleichsam skulptural. Mit großem Irritations- und Erkenntnispotential zeigt sie Aufstellungen des anderen Lebens der Menschen und Dinge, des vordergründig Verborgenen. Aus Untergründen, Archiven, Wüsten, Ozeanen.

Rosa Barba stellt dabei nicht nur Bilder und Zeichen in das Zentrum ihrer Arbeiten. Die Maschinen, Filmprojektoren, Celluloidstreifen, die diese produzieren und projizieren, sind gleichwertiges Installationsobjekt. Die Motoren bilden mitsamt ihrem Geräusche und Töne spuckenden, rasselnden Knattern den dialogischen Partner zum Bild. So montiert Barba in „Double-Whistler“ von 2011 zwei 16-Millimeter-Filmprojektoren wie siamesische Zwillinge über Eck auf den Boden und projiziert zweieinhalb Minuten Text, „something together“. Die Projektoren laufen in verschiedenen Geschwindigkeiten, sodass tiefere und höhere Töne entstehen. Ein mehrstimmiges Summen, begeleitet vom Flimmern des Textes, invertiert das Gezeigte im Akt des Zeigens.

Barba setzt mit ihren Arbeiten auf eine Kulturtechnik, die als historische Innovation der Moderne hervorging und bereits dem Verschwinden anheimfällt: den analogen Film. Mit ihrem Ausgangsmedium demonstriert sie, dass diese Epoche, wie auch das Medium selbst, unabgeschlossen und offen in ihren ästhetischen, narrativen und technischen Möglichkeiten bleibt. Ein wichtiger Diskurs, den die Künstlerin unter neues Licht stellt und hoffentlich hilft, die analoge Filmproduktion vor dem Aussterben zu bewahren.

Barbas Arbeiten wollen gehört und gelesen werden. Je länger man in der Hörbetrachtung verweilt, umso mehr tun sich die verschiedenen Ebenen auf. Das gilt auch für „Optic Ocean“. Wie eine aus den Fugen geratene Projektion splitten sich dichte Textzeilen in zwei Farben auf einer unbehandelten Leinwand im Großformat – ein Historienbild als cinematografischer Projektionsgrund. Barba adaptiert hier ein Filmskript der Science-Fiction-Novelle „Somnium“ des Naturphilosophen und Optikers Johannes Kepler. Die Textzeilen in doppeltem Siebdruck vibrieren in rot-grüner Phasenverschiebung vor dem Betrachterauge wie oszillierende Wellen. Ein tiefgründig erhellendes Werk, klug und sinnlich zugleich.

carlier | gebauer, Markgrafenstraße 67, Kreuzberg. Bis 4.Juni, Di-Sa 11 – 18 Uhr

 

Dieser Artikel erscheint etwas kürzer in der Berliner Zeitung

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