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Ayse Erkmen - Turkey Pavillon - 54th Venice Biennale PDF Drucken

Die Grenzen liegen eng

Die türkische Künstlerin Ayse Erkmen vertritt die Türkei, bei der diesjährigen Kunstbiennale in Venedig. Sie lebt in Berlin und ist viel auf Reisen. Irmgard Berner sprach in Venedig mit der Künstlerin über Grenzen, Wasser, die Frau als Künstlerin in der Türkei, und dass sie sich nach der Wahl in ihrem Heimatland zum ersten Mal in ihrem Leben nicht mehr schuldig fühlt.

Venedig, Juni 2011. Pumpen, Rohre, Filter, eine weit verzweigte Wasseraufbereitungsanlage rattert in der hohen Backsteinhalle in den ehemaligen Werftanlagen des „Arsenale“ in Venedig. „Plan B“ heißt die Großrauminstallation von Ayse Erkmen, der Name weist schon auf den Notfall hin.

Damit reagiert Erkmen zum einen direkt auf das Wassernetz in der Lagunenstadt, zum andern auf den Kanal, der vor dem Fenster vorbeizieht. Die Maschinenkonstruktion hat sie aus Geräten zusammengebaut, wie sie das Technische Hilfswerk in Krisengebieten auffährt. Die Wassertanks, Ultrafiltration, Pumpen und Revers-Osmose sind durch meterlange, blaue, lila, grüne Rohre verbunden. Begleitet von dem vielstimmigen Getöse der Motoren wird das aufwendig gereinigte Wasser alle paar Stunden wieder in den brackigen Kanal abgelassen, aus dem es durch das Fenster hoch gepumpt wurde. Es ist eine Sisyphos-Arbeit, die den Machbarkeitswahn des 21. Jahrhunderts konterkariert.

Frau Erkmen, Ihre Installation für den türkischen Pavillon ist eine sehr kompliziert klingende Anlage. Haben Sie die Geräusche manipuliert?

Nein, es ist ihr natürlicher Klang, eine Art Klang-Choreografie der Maschinen. Dazu das Wasser, es ist die Schönheit der Technik, die hier zusammenarbeitet. Die Farben der Rohre beziehe ich auf die verschiedenen Funktionen im Reinigungsprozess.

Eine sehr komplexe Arbeit, richtige Ingenieursleistung

Ja, sie ist komplex, die Apparaturen kommen von einer deutschen Firma. Aber sie ist nicht die komplizierteste Arbeit, die ich gemacht habe. Am kompliziertesten war „Shipped Ships“.

Als Sie 2001 vier Wochen lang drei Fähren - Passagierboote für den öffentlichen Nahverkehr aus fernen Ländern, auf dem Main bei Frankfurt für Besucher fahren ließen?

Dafür brauchte ich drei Kuratoren, einen für das Schiff aus Japan, einen für Istanbul, einen für Italien, um ein Vaporetto aus Venedig zu holen. Der bürokratische Aufwand war enorm, nicht nur, um die Schiffe nach Deutschland zu bringen, sondern all die Papiere für die Schiffsmannschaft zu bekommen.

Überschreiten Sie gerne Grenzen?

Ja, es ist wichtig für mich, Grenzen zu überschreiten. Auch der kleine Raum im Arsenale beinhaltet eine Grenzüberschreitung. Wegen des Wassers. Das Wasser musste in die Ausstellung - vom Kanal in den Kunstraum fließen. Aber auch die Grenzen zwischen mir und Venedig und allem. Auch in kleinen Räumen kann es Grenzen geben.

Sie sind Türkin, leben in Berlin, gibt es da eine Brücke?

Nein, das spielt keine Rolle. Mich interessieren die Grenzen im Raum, und die zwischen der Kunst und Nicht-Kunst. Was heißt denn Kunst? Wo liegen die Grenzen zwischen Kunst und Leben. Oder zwischen Kunst und Design und Architektur. Spannend wird es für mich, wenn die Kunst zwischen diesen Grenzen liegt – es gibt sehr wenig Platz zwischen dem, was ein Kunstwerk und was nicht.

Wasser ist auch in der Türkei ein Dauerthema. Zudem waren gerade Wahlen. Was halten Sie von Erdogans umstrittenem Vorhaben, einen zweiten Bosporus zu graben?

Es ist einfach notwendig. Der Bosporus ist die einzige Strasse, die einzige Öffnung zum Schwarzen Meer. Durch diese Passage transportieren die Schiffe oft hochexplosive Stoffe. Es gab lange Diskussionen, wie man mit diesem Problem umgehen soll. Erdogan schlug diese Lösung vor. Ich finde sie sehr interessant. Zugleich ist sie ein wenig wie diese Dubai-Idee einer künstlichen Anlage, die mir nicht gefällt. Vielleicht bleibt es ja nur eine Idee.

Würden Sie dort eine künstlerische Intervention machen wollen?

Nein.

Ihre Arbeiten grenzen oft an Ingenieurskunst, was man eigentlich eher Männern zuschreiben würde. Woher kommt das?

Ich denke, Frauen können viel besser mit Maschinen umgehen. Ich arbeite mit allen möglichen Materialien und Medien. Deshalb habe ich kein Atelier. Ich möchte dort arbeiten, wo die Menschen ihre Arbeit verrichten, mit Professionisten, Experten. Ich kann nicht alles selber erlernen. Schon während meines Studiums in Istanbul bin ich in richtige Metallwerkstätten gegangen.

Gab es als Frau keine Restriktionen in der Türkei?

Nein, weder in meiner Familie noch in Istanbul. Tatsächlich sind Frauen definitiv die stärkeren Künstler in der Türkei. Wie zum Beispiel Füsu Sonoru, sie ist eine Pionierin, weiblich und eine der ersten, die die junge Generation inspirierte. Es ist eine irrige Meinung und falsche Auffassung des Westens über Künstlerinnen.

Die Kunstszene in der Türkei explodiert geradezu, sie ist sehr lebendig. Wodurch wird das befördert?

Es gibt inzwischen eine Menge Sammler, die zeitgenössische Kunst sammeln. Viele Familien gründen Museen, Kunsträume. Das kommt alles zusammen, es liegt in der Luft. Man weiß nicht, wie sich das weiterentwickelt, es ist neu.

Wie ist Ihre Einschätzung jetzt nach den Wahlen?

Ich würde Erdogan nicht wählen, weil er ein Konservativer ist. Zugleich kann ich nicht sagen, dass er nicht gut wäre. Seine Regierung hat mehr Reformen gemacht, als jede sozialdemokratische Regierung zuvor. Sie machte große Anstrengungen bezüglich Menschenrechten. Und das wichtigste: Sie bringt die Generäle vor Gericht, die Militärputsche machten, und auch wieder planten. Das war ein mutiger Akt. Auch die Sozialarbeit ist besser. Vor zehn Jahren hatten wir zudem ständig Wasser- und Stromkürzungen. Es gibt sichtbare Entwicklungen jetzt, die Wirtschaft läuft gut. Natürlich würde ich nie mit dem Konservativismus übereinstimmen. Aber 50 Prozent der Menschen haben ihn gewählt. Da gibt es nichts weiter hinzuzufügen. Die Hälfte der Wähler will ihn - dann ist es das!

Es läuft also vieles richtig?

Ich habe zum ersten Mal in meinem Leben das Gefühl, dass die Regierung dazu da ist, für mich zu arbeiten. Dass ich nicht schuldig bin. Denn das war es: Wir fühlten uns immer schuldig. Bis jetzt. Zum ersten Mal gibt es so etwas wie Entspannung bei den Menschen: Wir sind das Volk, wir haben sie gewählt. Sie müssen für uns arbeiten. Dieses Gefühl habe ich zum ersten Mal.

Ayse Erkmen wurde 1949 in Istanbul geboren.

Зато отличается прекрасным характером и добродетелью.

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Я спустился еще на одну перекладину.

 


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