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Architektur - J. Mayer H. PDF Drucken

Grenzgänger-Architektur

Raumintervention : Rapport von J. Mayer H. Datensicherungsmuster camouflieren in der Berlinischen Galerie zu Experimentellen Raumstrukturen

Berlin, September 2011. Das Geheimnis eines Briefumschlags liegt nicht im Brief, es liegt im Umschlag. Durchwandert man den Umschlag, verstummen die eigenen Schritte. Was wie ein Siebziger Jahre Retromuster die große Halle in der Berlinischen Galerie verkleidet, sind ans Licht geholte Tiefenschichten.

photo: J. MAYER H.: Rapport 1491, © J. MAYER H., Fotograf: Ludger Paffrath

von Irmgard Berner

Während die Hand über weiche weiße und schwarze Felder an den Wänden streicht, verstummt der Fuß auf dem soften Wollflor. Fluchtlinien legen sich längs und quer über den Boden, kippen aus der Horizontalen in die Vertikale, streben nach oben und bleiben in zehn Metern Höhe einfach stehen.

Was wie ein Siebziger Jahre Retromuster die große Halle in der Berlinischen Galerie verkleidet, sind ans Licht geholte Tiefenschichten eines Briefumschlags. Auf Teppich gedruckt werden sie zur textilen Raum-Hülle und damit zu Architektur. Denn die Briefumschlaginnenseite mit dem unscheinbaren Zahlenmeermuster ist die Quelle für die experimentelle Raumstruktur „Rapport“, mit dem der Architekt und Designer J. Mayer H. den White Cube durch Wand und Boden-Camouflage optisch umformt.

Denn gefundene Muster aufzugreifen und diese „found objects“ aus dem zweidimensionalen in den dreidimensionalen Raum hinein-, heraus-, herumzudehnen, zeichnet die Architektur von Jürgen Mayer H. aus. In spielerischen Versuchsanordnungen verändert er die Strukturen von Logos, Rechnungen, Lieferscheinen, macht anonyme Zahlenfriedhöfe zum dreidimensionalen Raumexperiment. 1965 geboren, studierte er in Stuttgart und an der Princeton Universität in USA und gründete 1996 in Berlin das interdisziplinär arbeitende Büro J. Mayer H. Mit seinen innovativen Gebäuden und Rauminterventionen ist dieses vor allem international bekannt geworden. Gerade eben kommt Mayer aus Georgien zurück. Dort hat sein Büro in der kaukasischen Gebirgsstadt Mestia einen kleinen futuristischen Flughafen gebaut.

J. Mayer H. sucht immer auch das Abenteuer in der Architektur - und genau an deren Schnittstelle zur Kommunikation entstehen die spielerischen Szenarien. Durch Digitalisierung werden die Muster, teils neue, teils aus dem reichhaltigen Archiv, in Datenkombinationen verwandelt, werden eingescannt, vergrößert, mit Laserdrucker dreidimensional ausgedruckt. Die Technik ist Hilfsmittel, die Muster hingegen sind die Ursuppe, aus der er schöpft. Diese neu entstandenen ominösen Monstercodes - Mayer nennt sie Datensicherungsmuster - camouflieren somit ihre Quelle. Sie verstecken sie, so wie sie selbst einst verborgen waren, etwa im Briefumschlag. Sie transfigurieren zu futuristischen Gebäuden, Raumgebilden, Möbeln und Objekten aus haptisch ansprechenden Materialien. Der ambivalente Titel „Rapport“ weist denn auch über den Fachbegriff für serielle, textile Muster hinaus. Denn Rapport bedeutet militärisch „Meldung“ und bezeichnet zudem in der Psychologie zwischenmenschliche Beziehungsabläufe, also Kommunikation im räumlichen Sinne. Dreifach nimmt auch die Rauminstallation auf diese Konnotationen Bezug: die grafische schwarzweiß Musterung des Wand- und Bodenteppichs, die Zeichen- und Balkencodes als vielleicht verschlüsselte Meldung beeinflussen nicht zuletzt das Besucherverhalten - entschleunigt und schrittgedämpft regt es an zum Innehalten oder zum Treffpunkt und Ort der Reflektion.

Die Teppichinstallation ist aber trotz weicher Auslegware kein Wohlfühlraum, dafür ist sie zu weit, zu offen, zu kühl. Das vermeintlich unbefangene Wechselspiel zwischen Fläche, zerfließender Form- und Raumstrukturen sagt mehr darüber, wie J. Mayer H. Architektur als kritisches Medium versteht. Räume aufzubrechen, neue Denkansätze zu formulieren und in reale Bauprojekte umzusetzen - dafür nutzt er diese Raumexperimente. Es ist eine Art Proto-Architektur, die geometrisch absurde Formen in ihrem Verhältnis zu digitalen Entwurfs- und Produktionsprozessen testen möchte. Die Formen aus dem Architekturbüro J. Mayer H. entkoppeln sich scheinbar jeder Statik und funktionieren dennoch als Gebäude. Auf einem Bilderfilm kann man die faszinierenden Bauten und Innenraumstrukturen betrachten. „Prototyp-nachhaltiges Bauen“ nennt es Mayer. Was wie eine fantastische Raumutopie wirkt, wurde in Sevilla verwirklicht: der „Metropol Parasol“ ist ein ausladendes, überbordend organisch wucherndes Schirmpilzdach, das den zentralen Platz der spanischen Stadt überdeckt und bereits zu deren neuem Wahrzeichen wurde. Ein derart leichtfüßiges architektonisches Geflecht umzusetzen zeigt nicht nur den Mut der Architekten, sondern auch der Bauherrn. In Berlin fehlt dieser bisher. Hier gibt es aus dem Büro J. Mayer H. erst zwei Wohnblöcke in Mitte, die sich durch ihre weich fließenden Hüllenstrukturen von der urbanen Umgebung absetzen.

Mit Rapport greift die Berlinische Galerie unter Thomas Köhler zudem verdienstvoll wieder ihren Museumsauftrag auf, an der interdisziplinären Schnittstelle von Architektur und Kunst anzusetzen. Mit dem Raumkünstler-Team um J. Mayer H. hat sie sich zukunftsweisende Grenzgänger-Architekten ins Haus geholt.

Homepage: Berlinische Galerie, Alte Jakobstrasse 124-128, Kreuzberg. Mi - Mo 10 – 18 Uhr. Bis 9. April 2012

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