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Minimal - Helen Mirra PDF Drucken

Gehen als eine Form des Denkens

Und Bügelfalten als plastische Raster: Helen Mirras poetische Wegeindrücke „Field Recordings 1-3“ in den Kunst-Werken in der Auguststraße Berlin

Berlin, Januar 2012. Wandert man in diesen Tagen durch die drei Etagen der Kunst-Werke, so bewegt man sich durch drei Raum-Zeit-Gebiete. Von Ferne betrachtet, zieht sich eine sanft bewegte Horizontlinie, rhythmisch gebrochen wie entlegene Gebirgszüge oder Flusslandschaften über die weißen Wände der ersten ansonst leeren Ausstellungshalle. Von Nahem hingegen erweist sich der scheinbare Horizont als Serie tintenbrauner Abdrucke von Zweigen, Halmen, Gräsern auf Naturleinen.

Bild: Erst wandert die Amerikanerin Helen Mirra durch Landschaften der Erde. Dann arrangiert sie ihre Natur-Abdrucke, die wie Präparate urzeitlicher Fossilien erscheinen: verästelte Blattstiele, Gräser, gespickt mit Tintenklecksen | © Helen Mirra

von Irmgard Berner

Jede Etage hat Helen Mirra einer Umgebung gewidmet: Die erste jener um das alpine Zürich, die zweite um das mittelrheinische Bonn, die dritte in und um das urban-waldige Berlin. Drei Wanderungen an je elf Tagen, also dreiunddreißig insgesamt hat die amerikanische Künstlerin für diese Druckserien gemacht. Sieben Stunden pro Tag ist sie gegangen, nicht acht, denn dann wäre es wie ein Arbeitstag gewesen, erklärt sie. Es handelt sich ganz offensichtlich um keine normalen Wandertage, auch kein mathematisches Wissenschaftsspiel. Helen Mirra ist einen Sommer lang, von Juni bis August 2010, nach ihrem ganz spezifischen Ordnungssystem gewandert.

„Field Recordings 1-3“ nennt sie die minimalistisch-meditativen Aufzeichnungen. Ein Begriff, den Wissenschaftler für Tonaufnahmen in der Natur verwenden, die sie zum Zwecke der Dokumentation aufzeichnen. Helen Mirra aber geht nur annähernd wie eine Feldforscherin vor. In ihrer Arbeit steht das „Gehen und Bücken“ gleichwertig neben den Aufzeichnungen aus der Natur - den Drucken, von denen sie jede Stunde einen anfertigt. Das Gehen ist die Methode, die alltägliche Arbeit. Das Bücken wiederum, wenn sie sich einmal pro Stunde buchstäblich in die Knie zwingen lässt von einem Detail, das ihr Fuß am Wegesrand streift: einem abgebrochenen Lärchenzweig, vertrockneten Schachtelhalm, einem Tannenwipfel. Die Pflanzenteile tränkt sie in eine Tinte-Öl-Tinktur, legt sie auf ein rohes Leinenrechteck von der Größe ihres Fußes. Darin eingewickelt nimmt sie sie mit in ihr Atelier. Einzig in Berlin hat sie die Abdrücke als flächige Frottagen des unruhigen Straßenpflasters oder abgesägter Baumstämme im Grunewald in das Leinen gerieben.

Im Atelier arrangiert sie die entstandenen Abdrucke, die wie Präparate von urzeitlichen Fossilien erscheinen. Die Stängel, verästelten Blattstiele und feinen Gräser, gespickt mit Tintenklecksen komponiert sie zu den luftig bewegten Linien auf Naturleinen. Die Druckserie vom Mittelrhein applizierte sie zudem mit fast unsichtbaren Nähten auf je ein großes Stück Leinen. Diese nun doppelten Gewebe hat sie gefaltet und aufgehängt, sodass die Bügelfalten wie plastische Raster von der Wand abstehen.

Am eindringlichsten wirkt die Serie, die bei den Gängen durch die Alpen entstanden ist. Leicht überlappend gehängt und nur an der Oberseite befestigt, weht die Reihe wie ein elfstrophiges Gedicht in fein rhythmisierter Wellenbewegung. Diese poetische Schwingung vermisst man bei der Berliner Serie in der dritten Etage ein wenig. Schon einmal weilte Helen Mirra, die 1970 in Rochester, USA, geboren wurde, in Cambridge lebt und in Harvard lehrt, während eines DAAD-Stipendiums 2005/6 in Berlin und war für ihre künstlerische Praxis durch den Grunewald gewandert. 2008 nahm sie an der Minimalismus-Schau „political/minimal“ in den KW teil.

Raum und Zeit verbinden sich in ihrem Werk wie das Gehen und Denken. Der Eindruck fernöstlicher Zen-Meditation verstärkt sich, wenn man erfährt, dass sie das Tinten-Druckverfahren von dem in Japan tradierten Gyotaku ableitet, das für eine Bildtradition steht, die frisch gefangene Fische in naturgetreuen Tintendrucken fertigt.

Seit mehreren Jahren unternimmt Helen Mirra gezielt Geh-Projekte in verschiedenen Erdteilen. Oft sind es ihr unbekannte Gegenden, topografische Karten dienen ihr nur sehr begrenzt. Sie gehe „eher wie ein huschendes denn ein wanderndes Tier.“ Dabei richtet sie ihre Achtsamkeit auf das Periphere, also das, was sich im Augenwinkel, am Wegesrand oder hinter ihr abspielt und nennt es Defokussierung. Vieles überlasse sie dem Zufall, auch was die Beute betrifft. Dennoch bleibt der Zufall innerhalb des selbstgesteckten Rasters kontrolliert.

So gehören auch Listen zum Mirra’schen Ordnungssystem. Es ist erstaunlich, wie eine schlichte Auflistung von Ort und Datum dem Betrachter Halt geben, ohne dass er dadurch die Wanderung zwingend „nachgeht“. Die Parameter für die Field Recordings hat sie an jeder Etage wiederum methodisch wie Gleichungen an den Eingang geschrieben, 7 x 5 000 Schritte ist sie etwa in Berlin gegangen, ist es nachzulesen. Ihr Gehen ist also nicht meditativ im spirituellen Sinne. Denn Gehen sei die einfachste Tätigkeit, eine „repetitive Körper-Hör-Sache, wie dies Musik und Klang schon immer für mich waren“.

Akustischen Ausdruck dafür findet Mirra im Trommeln. Und da die KW eine vierte Etage haben, kann man am Gipfel der Wanderung der Klanginstallation „Swiss Mountain Transport Systems“ lauschen. Die hat sie mit dem Musiker Ernst Karel in den Schweizer Bergen aufgenommen.

KW Institute, Auguststrasse 69, Mitte. Di-So 12-19 Uhr, Do 12-21 Uhr. Bis 29. Jan.

photos: © iberner

Dieser Artikel erschien auch in der Berliner Zeitung, Printausgabe vom 20.12.2011

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