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Aufbruch Malerei - Akademie der Künste PDF Drucken

Zur Hölle mit dem Bildern

Lucio FontanaDie Akademie der Künste widmet sich einem großen Thema: „Aufbruch. Malerei und realer Raum“. Das Konzept dazu besticht: Nicht nach Stilen und Ismen fragt es, sondern danach, wie mit den Mitteln der Malerei die Bildgrenzen überschritten werden können.

Von Irmgard Berner

Berlin, Mai 2012. Schrillgrün schiebt sich die Wand in die Ausstellungshalle der Akademie der Künste am Hanseatenweg. Ein leuchtend klares, raumgreifendes Zeichen. Waagerecht durchstoßen von einer lila Stange, behauptet sie sich als riesige Farbfläche mit Linie – als dreidimensionales Bild im Raum. Dieses Werk ist also eine Behauptung; eine, die Stellung bezieht und damit das thematisiert, was die Ausstellung „Aufbruch. Malerei und realer Raum“ dem Betrachter vorführen will. Hier geht es um die Überwindung der traditionellen Tafelmalerei seit mehr als sechs Jahrzehnten.

"Concetto Spaziale", Lucio Fontana, 1960. c-akademie der künste berlin

Die Rauminstallation des Österreichers Gerwald Rockenschaub ist die jüngste Position in dieser Aufbruchs-Ausstellung, und sie wirkt ziemlich grell. Man muss sich ihrer Strahlwucht erst einmal entziehen, um die anderen Werke an der Wand vor dem Auge wirken und sich entfalten zu lassen. Am meisten profitiert noch Kuno Gonschiors sich beulenförmig aus dem runden Rahmen blähendes „Rundkonvex Rot-Grün-Violett“ von 1967 vom Abglanz seines Gegenüber. Gerhard Hoehmes „Welijke Luki“ von 1980 hingegen, das ein Grau-Beige in der Malstruktur des Informel und mit Schnüren und Hartschaum aus dem eigenen Rahmen drängt, tut sich da schon schwerer. Es wirkt blass, obwohl es Hoehmes Absicht war, mit dem Medium Farbe in räumliche Tiefen vorzudringen. Und die kräftige „Malerei auf Kreuz“ von 1991 des Übermalers Arnulf Rainer gibt sich gegen die Grünfläche fast bescheiden.

Der Österreicher erkor schon in den 50er-Jahren die Kreuzform zur Grundfigur für seine Malerei, die er hier in rötlich-braunen Farbflüssen auf den Tafelgrund schichtet. Mit extrem gestischem Ausdruck eroberte sich Rainer immer wieder jenen Punkt, an dem sich Horizontale und Vertikale auf der Bildfläche schneiden, um sich und uns das Kreuz anzueignen und die lineare Bewegung in flächiger Ruhe versinken zu lassen.

Keine Frage nach Ismen

Aber all das ist nur der Anfang der Schau. Denn die Ansätze der über 50 Künstlerstandpunkte, mit denen das Kuratorenteam um Erich Franz das Phänomen des Aufbruchs, das die Malerei seit den späten 1940er Jahren umtreibt, hier durchdekliniert, könnten unterschiedlicher nicht sein. Ihr Konzept dazu aber besticht: Nicht nach Stilen und Ismen fragt es, sondern nach dem Verbindenden, danach, wie mit den Mitteln der Malerei die Bildgrenzen überschritten, ja gesprengt werden können. Es fragt nach dem künstlerischen Antrieb, der Suche, wie Malerei in den realen Umraum aufbricht, das traditionelle europäische Tafelbild mit Bildinnenraum und Illusion hinter sich lässt, um stattdessen mit Farbe, Form, Dynamik die dritte, ja, vierte Dimension zu erfassen.

Einen Markstein setzte der Bildhauer Lucio Fontana, als er 1949 zum ersten Mal Leinwände, also die materielle Bildfläche, mit einem Locheisen durchstieß. „Es soll das Auge treffen – direkt“, schrieb Ellsworth Kelly 1950 zeitgleich an John Cage, als er in Paris sein erstes rahmenloses Bild schuf. „Zur Hölle mit den Bildern, sie sollten die Wand selbst sein!“ Frank Stella: „Basra Gate“, 1967, Acryl auf Leinwand. Foto: ADK/VG Bild-Kunst, Bonn 2012

Viele unabhängige Versuche – in der Schau exemplarisch aus Europa und Nordamerika – folgten auf diesen radikalen Ausruf. So formt Frank Stella in den 60er-Jahren die rechteckigen Leinwände zu „Shaped Canvases“. Günter Uecker zaubert 1970 mit „Raumlinien“ eine Schattenschraffur hinaus auf die Wand und öffnet es mit plastisch über den Bildrand gezogenen Linien in den realen Raum. Bridget Riley löst schließlich mit „Continuum“ 1963/2005 das Bild komplett von der Wand und baut es als eine Art begehbares Schneckenhaus, dessen schwarz-weiße Op-Art-Innenwände beim Betreten den Betrachterfuß schwanken lassen.

Zerstörte Bildträger

Den Aufbruch in eine andere Bilderfahrungswelt sucht Ulrich Erben: Nur aus Licht und Schatten besteht sein Raumbild „Ohne Titel. Halogen-Objekt“, das sich hinter Rockenschaubs grüner Wand diagonal in den Raum schiebt. Ein dunkelopakes Rechteck schwebt vor einem weißen Viereck. Erben hat das Lichtflächenobjekt ursprünglich 1972 aus der zweidimensionalen Fläche in den Raum gefächert und das sinnlich-immaterielle Lichtspiel nun für die Ausstellung wiederhergestellt. Signalgelb zog Günter Fruhtrunks breiter Spachtel als „Hervorkommender Grund“ 1980 die Farbe über das Großformat. Das abstrakte Motiv ziert auch den aufschlussreichen Katalog, und mit viel Energie bestrahlt es in der zweiten Halle seinen Umraum.

Hier findet sich auch Lucio Fontanas „Concetto spaziale attese“ von 1966, eines jener Schlüsselwerke, das die Initialzündung dieses Aufbruchs verkörpert, der im Grunde bis heute fortdauert. Denn Fontana zerstörte den Bildträger und damit die Grundbedingung der traditionellen Malerei. Er schlitzte die Leinwand mit dem Messer. Zuerst mit einem Schnitt, dann folgten zwei, drei und mehr, von vorne, von hinten, das Bildinnere trat hervor, zurück, wurde plastisch. Und blieb dennoch Bild, war nie Skulptur: Eine Leinwand auf Rahmen gespannt, kleinformatig, ab 1960 nur noch monochrom bemalt. Die Theorie zu diesen „räumlichen Konzepten“ entwarf er schon 1946 in seinem „Manifesto Blanco“.

Der Schnitt aber wurde zur historischen Zäsur: Das reichte als Zeichen, als der Aufbruch, der Weggang aus der gemalten Fläche seinen Anfang nahm. Heute wird er oft nur behauptet. Etwa mit grellgrüner Wand. Aufbruch. Malerei und realer Raum

Akademie der Künste, Hanseatenweg 10, (Tiergarten). Bis 1. Juli, Di– So 11–20 Uhr.

Dieser Artikel erschien im Feuilleton der Berliner Zeitung am 13. Mai 2012

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