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Simon Starling mit Superflex - Wien PDF Drucken

Zwei Kühe und andere Reprototypen

Simon Starling im Wiener Augarten, TBA21Simon Starling and Superflex bespielen die neuen Räume der Thyssen-Bornemisza Art Contemporary, TBA21, im Wiener Augarten

Von Irmgard Berner

Wien, Juni 2012. Simon Starling erfindet skurrile Installationen. Diese erschließen sich aber nur, wenn man deren Vorgeschichte kennt und die Geschichte, die er damit erzählen will. Äußerst zeitaufwendig in der Herstellung bezeichnet er seine Werke schon mal als die physische Erscheinungsform seines Denkprozesses.

Er legt Objekte, Erzählungen und Orte frei, verarbeitet und verwebt sie und stellt sie in neue, persönliche Beziehungen zueinander oder zu ihrer Umgebung im Kunstraum. Insbesondere die Moderne und ihre Rezeption bilden die lebendige Hintergrundfolie für Starlings Arbeiten, die auch als Protest gegen die Zwänge des modernen Zeitalters zu verstehen sind.

Im Wiener Augarten hat Simon Starling nun für die TBA21, Thyssen-Bornemisza Art Contemporary, die hier ihre neuen Räume für vier Jahre und in Kooperation mit dem Belvedere eröffnet, ein solches Projekt entwickelt und als raumgreifendes Objekt mit Testlauf installiert. “Prouvé (Road Test)” heißt das nach dem französischen Designer Jean Prouvé benannte Ready-Made, bestehend aus einem transparenten, gebogenen Plexiglasdach unter das ein LKW montiert ist. Das Dachsegment wurde 1956 ursprünglich als Teil einer Schule in  Orsay gebaut. Auf einen LKW montiert, bildet es nun ein Exoskelett für dieses Fahrzeug, eine Hülle wie die Stützstruktur eines Insekts. Im fahrenden Zustand wurde das Gefährt in einer absurden Wendung auf seine Aerodynamik und Geschwindigkeit hin getestet. Schlussendlich ist der LKW mit seinem huckepack montierten, modernistischen Aufsatz in das Atelier im Augarten gewandert.

Das Atelier Ambrosis und Ritta und Hector auf der Wiese

Dieses Prüfverfahren sollte aber nicht nur die Funktionalität der Konstruktion untersuchen, sondern will nun spielerisch die Mumifizierung des Werkes von Jean Prouvé in der zeitgenössischen Museumskultur hinterfragen. Starlings Fragestellungen sind nie abstrakter Natur. In gewissenhaften (Selbst)Experimenten, praktischen Testverfahren und mittels akribischer Forschungen stellt der Turner-Preisträger, der 1967 nahe London geboren wurde, die Dinge auf die Probe. So verstehen sich die gezeigten Werke als „Re-Prototypen“, also als neuerschaffene und aktivierte Muster vergangener Erfindungen und verdichten seine Untersuchungen zu einer Neudeutung der Moderne aus der historischen Distanz. Reisen in Raum und Zeit und oft in behelfsmäßigen Vehikeln sind deshalb bei Starling nicht nur Chiffren von Mobilität und Zirkulation.

Die am Rande des Augartenparks gelegenen und nun von der TBA21 genutzten Räumlichkeiten wurden 1957 ursprünglich als Atelier und Wohnung für den Bildhauer Gustinus Ambrosi errichtet. Simon Starling bespielt die Räume zusammen mit dem dänischen Künstlerkollektiv Superflex. In „Reprototypen, Triangulationen und Testverfahren“, so der Titel der Schau, haben sie, ausgehend vom Atelier Augarten, in acht Arbeiten die Periode von 1920 bis Mitte der 50er Jahre unter die Lupe genommen. So zieht sich die gemeinsam konzipierte Arbeit „Black Out“ durch den gesamten Ausstellungsraum. Sie greift den fast vergessenen Entwurf Poul Henningsens für eine Verdunklungsleuchte auf, die der dänische Designer für den Kopenhagener Freizeitpark Tivoli 1942 entworfen hat. Diese Arbeit fordert die Praxis von Urheberrecht und Autorenschaft heraus, deren strikte Auslegung zuweilen Ideen und Erfindungen versteinern lassen.

Zudem wartet Superflex mit dem Projekt „Kuh“ auf: Ritta und Hector, zwei Kühe, weiden friedlich auf der Augarten-Wiese und sollen eine Art Tor in die Vergangenheit bilden. Denn angeblich sind die beiden Vierbeiner direkte Nachkommen der „Königin“, der Kuh, die Ambrosi 1942 zum Modell für eine überlebensgroße Skulpturengruppe für den Park der Berliner Reichskanzlei auserwählt hatte.

Simon Starling in collaboration with SUPERFLEX – Reprototypes, Triangulations and Road Tests

30. Mai bis 23. September 2012

TBA21, LOCATION: Thyssen-Bornemisza Art Contemporary,
Augarten, Scherzergasse 1A, 1020 Vienna, Austria

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