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Erik Schmidt - Downtown PDF Drucken

Stilleben mit Schlafsack

Mit „Downtown“ widmet das Haus am Waldsee dem Maler und Videoperformer Erik Schmidt eine große Einzelausstellung

Occupy everything 2012, c-carlier gebauer; foto: bernd borchardNovember 2012. Über ein Jahr ist es her, dass zumeist junge Kapitalismus-Kritiker sich ans heftig pulsierende Herz des New Yorker Bankenzentrum legten, in Zelten und Schlafsäcken, mit Mülltüten und Transparenten. Der Zuccotti-Platz an der Wall Street wurde zum Großlager einer Protest-Bewegung, von Demonstrationen und Besetzungsaktionen gegen soziale Ungleichheiten und Spekulationsgeschäfte von Banken. Occupy war in aller Munde. Zur selben Zeit war auch der Maler und Videoperformer Erik Schmidt nach New York gereist.

von Irmgard Berner

Erik Schmidt: why are my taxes ..., 2012. oil on canvas. c-carlierigebauer; foto: bernd borchardtEigentlich wollte er seine bereits 2004 begonnene Serie „Businessmen“ weiter entwickeln. Doch kurz entschlossen mischte er sich unter die Besetzer, viele Studenten mit meist bürgerlichem Hintergrund, und machte sich  zwei Monate lang sein eigenes Bild von der Bewegung.

Um Occupy ist es inzwischen still geworden, das Obdachlosenflair ist aus dem Straßenbild verschwunden, für die Medien ist sie nur noch eine Randerscheinung. Nicht so für den Künstler Erik Schmidt. Er hat seine Impressionen ins Zentrum der Gemälde-Serie „Downtown“ gestellt und auf drei Monitoren in eine Art Video-Triptychon gefasst, die nun im Haus am Waldsee ein Gesamtbild ausbreiten.

Aber lassen sich politische Vorgänge, lässt sich Geschichte mit den Mitteln der Malerei überhaupt abbilden? Entziehen sich die Ereignisse nicht jeder nichtdokumentarischen Übermittlung? Erik Schmidt gelingt das Kunststück, diese Happenings, das Geschehen, Erlebte und Gesehene in zeitlose und doch zeitspezifische, lebhaft bewegte Genre-Bilder zu transformieren. In den Ölgemälden nähert er sich damit der im 19. Jahrhundert so beliebten und für jeden Künstler herausfordernden Gattung der Historienmalerei an. Bemerkenswert ist Schmidts pastose Maltechnik: Bataillone von plastischen Ölfarbspitzen ziehen in großzügig pastosen Pinselstrichen über die Leinwand, fleckig verdichten sich die Farben zu Alltagsszenen, zu einem malerischen, des für viele New Yorker so provokanten Nichtstun und Herumlungern der Belagerer. „Wall Street is our street“ ist einer ihrer Slogans, der auf einem Stück Pappe zu erkennen ist.

Erik Schmidt, Downtown 2012. foto: iberner„Stop and make your own sign”, “Occupay everything” oder “Tell me what democracy looks like” betitelt Erik Schmidt seine Malereien. Das fast ungemischte Blau, Weiß und Grün dominieren den Ausstellungsraum im Erdgeschoss, die graugrün gehaltenen Wände unterstreichen die kühle Farbigkeit. Die breiten Pinselstriche, lose locker nebeneinandergesetzt, fügen sich erst aus der Entfernung zu großformatigen Detailaufnahmen aus Schlafsackfaltenwürfen, Rucksackbergen, Mülltütenhaufen, Luftmatratzen und hellblauen  Plastikflaschen. Eine Gitarre, eine orange Jacke, Utensilien, die das Stilleben dieser Freiluftcamps im Bankenviertel farblich pointieren. Was bei flüchtigem Hinschauen wie ein Lichtfleck scheint, entpuppt sich mehrmals als das Gesicht eines Schlafenden, Liegenden, Demonstrierenden. Fernblick mit Nahsicht und distanziertes Abscannen eines lebendigen Bildes – hier ohne Inszenierung.

Erik Schmidt ist ein Beobachter, vornehmlich nimmt er symbolische Prozesse aus unseren gesellschaftlichen Subsystemen in Augenschein. Auf den drei Monitoren, die im ersten Raum auf dem Fußboden stehen, sieht man den Künstler als Protagonisten, mal im Schlafsack liegend, mal im Schneidersitz auf der Straße lagernd - Occupy nachgestellt. Schmidt setzt die kapitalismuskritische Bewegung aus dem Blick des später rekapitulierenden Zuschauers mit ihren markanten Codes in Szene. Im Hintergrund sieht man die New Yorker Börse, die Straße ist ansonsten leer. Er selbst kauert in seinem Schlafsack, umheult von den Sirenen vorbeifahrender Ambulanzen.

Schmidt schreckt nicht davor zurück, auch seine gemalten Bildmotive ausdrücklich zu verorten. So nahm seine figurative Malerei mit dem Aufschwung der Leipziger Schule in den späten neunziger Jahren Fahrt auf, wie er selbst sagt. 1968 in Herford geboren, in Hamburg zum Illustrator und Maler ausgebildet und inzwischen international gefragt, kam er 1997 nach Berlin und malte in jener Zeit alle Fassaden, wo er je gewohnt hat. Erik Schmidt ist aber auch Videoperformer, der seine Motive selbst durchlebt und in der Rolle des Künstlers Codes, Stereotypen und das gesellschaftliche Rollenverhalten untersucht. Seine Videos versteht er, obwohl sie wie Stummfilmdramen inszeniert sind, als Skizzen. Oft geht er dafür hinaus in die Natur, auf die Jagd oder in den Wald - nicht den romantischen sondern den zum Abholzen gepflanzten Industriewald. Am überzeugendsten zeigt er sich in einem der drei 15-minütigen Videos als Darsteller und dramatischer Krimierfinder in „Bogged Down“, einer duster-unheimlichen Abendgesellschaft der Upper Class auf dem Lande. Mit der Serie „Downtown“ kehrt der Wanderer Erik Schmidt vorerst in die Stadt zurück.

Haus am Waldsee, Erik Schmidt Haus am Waldsee, Argentinische Allee 30, Zehlendorf. Di-So 11 bis 18 Uhr. Bis 30.12.2012

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