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Lina al-Aabed - Syrian Filmmaker PDF Drucken

"Ich glaube an die Menschen in Syrien"

Die 32jährige palästinensisch-jordanische Dokumentarfilmemacherin Lina Alabed berichtet im Interview mit Irmgard Berner über ihre neusten Filmprojekte, die Situation der Frau in ihrem Land und die politischen Aussichten nach dem Sturz des Assad-Regimes.

Lina Alabed, Syrian filmmaker

November 2012. Während ihr Film „Damaskus. Mein erster Kuss“ gerade in Leipzig beim DOK-Filmfestival lief, vertrat sie in Berlin ihren Kollegen, den libanesischen Regisseur Rami Nihawi, als Produzentin.

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Frau al-Abed, Sie sind in Damaskus aufgewachsen und leben jetzt in Beirut. Sind Sie dahin gezogen wegen Ihrer Arbeit als Filmemacherin?

Lina al-Abed: Nein, ich muss einfach raus aus Damaskus. Es wurde mir zu eng, ich konnte nicht mehr richtig atmen. Und warum nicht Beirut, auf den ersten Blick ist Beirut sehr charmant. Nur das wirkliche Leben ist es so gar nicht. Ich hatte zwar Anfang 2011 die Möglichkeit, wieder zu gehen. Doch dann begann die Revolution und ich konnte nicht mehr zurück nach Damaskus.

Warum?

Al-Abed: Es ging nicht. Anfangs hatte ich Angst. Dann rieten sogar meine Familie und Freunde mir ab, weil es keine Sicherheit gäbe, fast überall Abschreckung und Checkpoints.

Ihr Vater ist Palästinenser, Ihre Mutter Ägypterin. Sind diese Wurzeln wichtig für Sie? Sie sind doch Syrerin?

Al-Abed(lacht): . Ich bin Palästinenserin. Aber Damaskus ist meine Heimat, mehr als Ägypten oder Jordanien, wo meine Nationalität liegt, ich bin palästinensisch-jordanisch. Man kann nicht einfach nur Palästinenser sein.

Sie sind Journalistin von Beruf. Arbeiten Sie auch für die Medien?

Al-Abed: Ich habe die Journalistenschule in Damaskus nur besucht, weil es dort keine Filmhochschulen gibt. Als Abschlussarbeit drehte ich einen Dokumentarfilm über einen syrischen Dichter, das war sehr ungewöhnlich. Ich habe den Film dann verändert und an Al Jazeera verkauft. Danach drehte ich “Nour Alhuda” und gewann bei Doxbox, einem Dokumentarfilmfestival in Damaskus, als bester Syrischer Film. Darüber war ich sehr glücklich. Natürlich könnte ich viele Dinge machen, aber Filmemachen ist meine Passion. Es ist nicht einfach. Aber mit einer festen Stelle als Redakteur hat man keine Zeit Drehbücher zu schreiben.

Sie schreiben Ihre Geschichten immer selber?

Al-Abed: Ja, und „Damaskus. Mein erster Kuss“ ist mein dritter Film. Es geht darin um das sexuelle Bewusstsein der Frauen in Damaskus. Das war nicht einfach und ich habe den Film gerade erst fertig gestellt und ihn jetzt in Leipzig gezeigt.

Sie sind auch Produzentin. Wie ist die Situation für junge Filmemacher?

Al-Abed: Es ist ein Desaster! Es ist sehr schwer, Geld aufzutreiben, und Leute, die an dein Projekt glauben. Es ist nicht einfacher geworden, aber es gibt Wege: Wir, Rami Nihawi (28, libanesischer Filmemacher) und ich, haben die Produktionsfirma SacaDo gegründet, die seinen Film „Yamo“ und meinen, „Damaskus“ präsentieren. Mit SacaDo bereiten wir gerade neue Projekte vor und versuchen ein breites Netzwerk aufzubauen, in Frankreich etwa – man muss Gleichgesinnte finden.

Worum geht es in Ihren eigenen Filmen?

Al-Abed: Entscheidend für diesen Film war etwas, das ich nie vergessen werde: Ich war sechzehn und hatte noch immer nicht meine Tage. Und für gewöhnlich fuhr ich Fahrrad. Dann bekam ich meine Tage und ich verstand nicht, warum meine Mutter mir das Fahrradfahren plötzlich untersagte. Nun wirst du eine Frau, sagte sie, du sollst auf deine Bewegungen achten, Fahrradfahren ist nicht erlaubt.

Es ist für jede Frau ein besonderer Moment und nicht einfach. Es ist ein sehr großes Tabu – aber eigentlich ist es nichts – besonders sobald man über Heirat spricht, über voreheliche sexuelle Beziehung, auch darüber wie etwa das Bild einer sexy Frau in der Gesellschaft gesehen wird. Was bedeutet Begehren, kennen wir unseren Körper?

Die wichtigste Frage für mich war, dass man in einer Gesellschaft nicht über Rechte und die Zukunft der Frauen sprechen kann, in der die ganze Gesellschaft nicht wirklich über ihre Zukunft bestimmen kann. So sehr wirkt das Regime, diese Diktatur auf das soziale Leben ein.

Sie bewegen sich also vom ganz Privaten auf das ganz große gesellschaftliche Thema zu. Wie haben Sie das in Ihrem Film „Damaskus“ umgesetzt?

Szene aus Al-Abed: Eigentlich entstand der Film schon vor der Revolution. Mit zwei sehr starken, schönen  Frauen: Asma Kashtaro, sie ist die Enkelin des ehemaligen Muftis von Syrien, und Lina Shashazi, von einer der berühmtesten christlichen Familien in Damaskus. Es sollte aber nicht um Moslems und Christen gehen sondern um die Gesellschaft an sich. Um Tradition - und nicht um Religion. Denn beide Frauen hatten mit denselben Problemen zu kämpfen, als sie jung waren - sie durften nicht über ihre eigene Zukunft bestimmen. Aus dieser Erfahrung heraus wollen sie ihren eigenen Töchtern mehr Raum geben für eine bessere Zukunft. Ich denke, das war der Anfang ihrer Revolution – noch vor Ausbruch der eigentlichen Revolution.

Hat sich denn seither überhaupt etwas geändert?

Al-Abed: Natürlich sind alle tief betroffen über das, was in Syrien passiert. Es fließt eine Menge Blut. Aber eines ist gut: Die Menschen haben keine Angst mehr, auch die Frauen. Es ist viel passiert in diesem einen Jahr und neun Monaten während der Revolution. So hätten sie früher nie ihr Familienhaus verlassen um eine eigene Wohnung zu mieten. Jetzt, während der Revolution, halten sie es nicht mehr aus und mieten selber eine Wohnung. So ist das! Man denkt über die großen, wichtigen Dinge nach, und nicht etwa, was jemand auf der Straße für Kleidung trägt. Nein, es ist wirklich offener geworden.

Aber gibt es nicht Rückschritte? Wie schätzen Sie die Situation ein?

Al-Abed: Ich werde manchmal gefragt, wie kann ich diese Revolution unterstützen, denn wenn das Regime stürzt, wird die Moslem-Bruderschaft die Kontrolle übernehmen. Das kümmert mich wirklich nicht – außer falls sie mich zwingen, ein Kopftuch zu tragen. Viele behaupten, dass der politische Islam die Lösung sei. Aber wenn sie erst an die Macht kommen, werden die Leute schnell sehen, dass genau das nicht die Lösung ist. Deshalb denke ich, dass jetzt diese Revolution das Regime stürzen wird und dann kommt die nächste Revolution, um alles wieder zurückzudrehen. Es ist nicht einfach. Es braucht Zeit.

Haben Sie denn Hoffnung?

Al-Abed: Ich bin optimistisch. Weil ich an das Syrische Volk glaube.

Dieses Interview erschien auf Qantara.de

English version

"I Believe in the Syrian People"

Lina al-Abed is a journalist and filmmaker who left her home in Damascus, Syria, to start a career in Beirut, Lebanon. In this interview with Irmgard Berner, she talks about women in the Arab film business and how the Syrian revolution has already in some ways liberated Syrians

Lina Alabed, Syrian filmmaker

Ms. Al-Abed, you were born and raised in Damascus. Now you live in Beirut. Did you move there because of your work as a filmmaker?

Lina al-Abed: No, I felt I had to get out of Damascus, it seemed to have become very small and I cannot really breath. And I said, why not Beirut. When you see Beirut for the first time it is very charming. But it is not like that in real life. I had the chance to go there, beginning of 2011. Then the revolution started and I wasn’t really able to go to Damascus.

Why?

Al-Abed: I didn’t. I was afraid actually in the beginning. Then even my family and friends told me that there is no safety, it is chilling almost everywhere, there are lots of check-points.

Your father is Palestinian, your mother is Egyptian. Are these roots important to you? Are you Syrian?

Al-Abed: Lacht. I am Palestinian. But I feel Damascus is my home, more than Egypt or Jordan which is my nationality. I am Palestinian-Jordanian. You cannot only be Palestinian.

You are a journalist by professeion. Do you work for the media?

Al-Abed: I graduated from Damascus Journalist school, because there was no university to learn filmmaker. So I graduated in journalism with a documentary film. That was a bit strange at that time. After graduation I changed it and sold it to Al Jazeera. Then I made “Nour Alhuda”, and won in Doxbox, a documentary festival in Damascus, as best Syrian film, and I was really happy about it. Of course, I know to do many things, but film is where my passion is. I left full-time journalism about 4 years ago. Because otherwise you don’t have time to write film scripts.

You always write your own scripts?

Al-Abed: Yes, and “Damascus. My First Kiss” is my third film. It is about sexual conscience of women in Damascus. It was not easy, I finished it just now. I showed it in Leipzig.

You are also producer. How is the situation for young filmmakers?

Al-Abed: It is a disaster! Lacht. It is very hard to find money. And to find people who can at least believe in a project. Now it is not easier but it is possible to find a way: We, Rami Nihawi (28, Lebanese filmmaker) and I, founded SacaDo, which presents his film “Yamo” and mine, “Damascus”. With SacaDo we prepare a few projects. We are trying to create a network, we have a very good editor in France – you have to find people who are thinking just like you.

What are the topics in your own films?

Al-Abed: Decisive for this film was one thing which I will never forget: I was sixteen and I did not have my period yet. I used to ride my bycicle, but the day when I got my period I couldn’t understand why my mother didn’t allow me anymore. She said: Now you become a woman, you should watch your movement, it is not allowed to ride bycicles.

It usually is a very special moment for women, but I think it is not easy to get over. And it is a very big taboo - but actually it is just nothing - especially when you speak about marriage, about having sexual relation before marriage, how the society will look or present the image of for example a sexy woman. What is the meaning of desire, are we really knowing our bodies.

The most important question for me was that you cannot really speak about women’s rights and their future in a society where even the whole society cannot really decide its future. This is my opinion. This is how this dictatorship, this regime is really affecting even the social life.

So you move from the very private to the big social issue. How did you implement that in your film “Damaskus”?

Al-Abed: Actually I shot it before the revolution. With two women, two very powerful and beautiful characters, Lina Shashazi und Asma Kashtaro. Asma is the granddaughter of the previous mufti of Syria, and Lina Shashazi from one of the most famous Christian families in Damascus. I didn’t mean it to be Moslem and Christian, in my opinion it is about society. About tradition - and not about religion. Because both of them were suffering the same problems even if one is Moslem and the other Christian. Because, when they were young, they could not decide about their own future. So now they are trying to give more space for a better future to their daughters. I think that was the beginning of their revolution - before the real revolution happened.

Has anything really changed yet?

Al-Abed: Of course, everybody is sad now about what happens in Syria. There is a lot of blood, but at least there is one good thing: people there are not afraid anymore, also the women. I mean there is for example many stories in this one year and nine months during the revolution. For example: it is not usual that you would leave your family-house to rent a place for yourself. Now during the revolution the women couldn’t stand and would say, I rent by myself. That’s it! Now really everyone is thinking about things even bigger, more important.

Not about women in the street and what she is wearing. No no, it has really opened!

But aren’t they stepping backwards at the moment? How do you estimate the situation?

Al-Abed: Sometimes people speak to me and tell me how are you supporting this revolution, because if the regime falls, the brotherhood will come and control the country. And I really don’t care – except if they make me wear the scarf. They keep saying that the solution is the political islam. When they get the power then all people will discover and know that this is not the solution. So I think this revolution is to make the regime fall, and then will be another revolution to make things go back to where it was. It is not easy. It takes time.

But you are hopeful?

Al-Abed: I am optimistic. Because I really do believe in the Syrian people.

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Я решил не верить ему, пока сам не добуду неопровержимых доказательств.

Как будто из моего сердца извлекли отравленную стрелу.

Нет, не может быть чудовищно, неправдоподобно, невероятно!

Осмелюсь доложить, господин обер-лейтенант, прошу дать письменный приказ от роты "Sherlock Holmes The Complete Novels and Stories Vol.1" именно потому, что у нас вечно друг с другом какие-то трения.

И только после нашего резкого демарша, а может быть, телеграммы нашего дивизионного суда, государственная прокуратура в Будапеште предприняла шаги к тому, чтобы произвести аресты отдельных лиц во всех упомянутых редакциях.

Не слишком сильно интересовало ее и произношение ирландца.

 


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