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Ramin Haerizadeh, Rokni Haerizadeh, Hesam Rahmanian PDF Drucken
Geschrieben von: Irmgard Berner   

Slice A Slanted Arc Into Dry Paper Sky

Exzentrische Zentrifuge voller Kunst

Ramin Haerizadeh, Rokni Haerizadeh, Hesam Rahmanian bauen die Kunsthalle Zürich zu einer schräg-verspielten Wunderkammer um. Die Ideen gehen diesem Trio nie aus. Komisch, ironisch, überbordend – so stellt sich die Kunst von Ramin Haerizadeh, Rokni Haerizadeh und Hesam Rahmanian dar. Sie materialisiert sich in Bild, Raum, Film, in Zeichnung, Malerei, Skulptur, Performance und Installation. Unermüdlich, pausenlos und bunt.

von Irmgard Berner

Dim lights

["Slice A Slanted Arc Into Dry Paper Sky" is the first exhibition in Europe of the three exiled Iranian artists Ramin Haerizadeh (*1975), Rokni Haerizadeh (*1978) und Hesam Rahmanian (*1980), living in Dubai. The exhibition encompasses their far-reaching, eccentric cosmos of film, painting, drawing and installation. Both a stage and a film studio, the exhibition is used to produce works and involve artist friends or accidental acquaintances into the production of their art.]

Kritisch gegenüber den Mechanismen des Kunstmarktes und der Kunstwelt, politisch bis anarchistisch, doppeldeutig und parabelhaft eignen sie sich die Bilderwelt der Medien, der Kulturgeschichte oder des Konsums an und schaffen so ihren barock anmutenden, exzentrischen Kosmos. Die Hochzeit des britschen Thronfolgerpaares William und Kate sind genauso Thema wie die Welt der Tiere, der Biester, die sie selber gern verkörpern. Mit der Gesichtsmaske eines rose Schweines und eines weißen Schafes bevölkern sie dann schon mal ihr skurriles Universum.

Von Dubai aus weiten die drei Exiliraner gerade ihre Kunstkreise nach Europa. Zum ersten Mal sind sie mit „Slice A Slanted Arc Into Dry Paper Sky“ nun in der Schweiz zu erleben, ausgerichtet wird die Ausstellung von der Kunsthalle Zürich. Das Haus musste vier Wochen wegen Aufbaus seine Türen schließen. Kein Wunder, denn die drei Künstler arbeiten stets „in situ“. Malen, zeichnen, collagieren, bauen, produzieren vor Ort, auf die Wände, den Boden, installieren in den Raum. Sie bringen viele Dinge aus ihrer Villa – ihrem Atelierwohnhaus – in Dubai mit nach Zürich. Was dort einer Wunderkammer, einem Versuchsgelände oder Kloster gleicht, wie aus der Kunsthallenleitung zu erfahren ist, bauen sie neu als Bühne, Filmset und Kinosaal, als ein schräges Reich für Forschung und Vergnügen in Zürich auf. So hinterlassen sie nun hier tiefe Spuren in der Kunst.

Mag diese ihre Welt voller Theatralik auf den ersten Blick absurd, poetisch und verspielt erscheinen, so erweist sie sich doch als politisch, satirisch und polemisch, denn Fragen zur Sexualität, dem Künstlersein, dem Iran oder der westlichen Überheblichkeit drehen sie analysierend genauso durch den künstlerischen Fleischwolf.

Auch wenn das Trio heute in Dubai lebt, und es ihnen aufgrund der Themen ihrer Kunst nicht möglich ist, in den Iran zurückzukehren, wollen sie nicht auf „Künstler im Exil“ reduziert werden, als die sie gerne durch die Medien gefiltert werden. Hinterfragen sie doch Irans grüne Revolution genauso wie das normative Denken über die Rollen, denen wir uns unterwerfen, über die Lügengesellschaft nicht nur im Iran.

Es ist ein Werk, in das man nicht nur hineingeht, sondern hineingesogen wird. Es entsteht im 24 Stunden-Lebensprozess, wie es Hesam Rahmanian, 1980 geboren, ausdrückt. Die Drei kennen sich seit Kindesbeinen, seitdem arbeiten sie auch zusammen. Ramin Haerizadeh, 1975 geboren, und Rokni Haerizadeh, 1978, sind zudem Brüder. Manisch, obsessiv wie sie arbeiten, verweigern und verwehren sie sich jeder Kategorisierung und sichern so ihrer Kunst und ihrem Denken jene Freiräume, die für sie existenziell sind. Und wie die Villa in der Al Barsha Street in Dubai machen sie die Kunsthalle Zürich zu einem zentrifugalen Zentrum, das mit Ideen gefüllt in unvorhersehbare Richtungen schleudert – und den Raum mit Gelächter füllt.

February-May 2015 Kunsthalle Zürich

Dim lights

While on a trip out of the country for a gallery exhibition of his work, Iranian artist Rokni Haerizadeh received a call from a friend warning him and his brother, also an artist, not to return: their work had been seized from a private collection in Tehran. Now living in Dubai, Haerizadeh has not returned to Iran since, although his paintings, drawings, and animations draw from the painterly traditions of Persia. For each of his animations, Haerizadeh painstakingly hand-paints and draws over thousands of found images.

Lonnie Holley - WE ARE THE EIGHTH OF A KIND

Dim lights Collaboration of Lonnie Holley, Ramin Haerizadeh, Hesam Rahmanian and Rokni Haerizadeh at the Robert Rauschenberg Residency in Captiva Island, Florida. 2014

 


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