nurart.org


MAGAZIN
RUBRIKEN
FORUM
SEARCH
Neueste Beiträge
CB Login
JoomlaStats Activation
Venedig Biennale 2015 PDF Drucken

Venedig im Zeichen der Kunst

Es ist wieder Biennale in Venedig. Die weltweit größte Kunstschau, die „Mutter aller Biennalen“, ist 120 Jahre alt und findet zum 56. Mal statt.

Factory of the Sun, videostill. Hito Steyerl. c-theartistIn diesem Jahr muss man ganz im Sinne Shakespeares feststellen: „All the world's a stage“ - und die Stadt Venedig erst recht. Denn die Biennale lebt von unzähligen theatralen Momenten, das Genre der Stunde ist die Performance. Und sogar Opernaufführungen gibt es.

von Irmgard Berner

Mai 2015. Seit Mitte Mai ist die Lagunenstadt, dieses symbiotische Wunder aus historischer Architektur und Wasser, also wieder große Bühne für die Kunst. Hauptspiel- und Ausstellungsorte der Venedig Biennale sind die Giardini, die weitläufigen Gärten mit den Nationen-Pavillons und der großen Zentralausstellung im Osten der Insel. Sowie die Arsenale, zwischen Giardini und Altstadt gelegen, wo in langen Backsteinhallen einst die venezianische Flotte gezimmert und Schiffstaue gedreht wurden. Kunst gezeigt wird aber auch in zahlreichen Palazzi der Stadt und unter freiem Himmel. Allein 89 Nationen sind mit eigenen Pavillons vertreten. „Eventi Collaterali“ heißen diejenigen Ausstellungen, die sich nach erfolgreicher Bewerbung an das Kunstevent andocken dürfen und es nun umwuchern. Ein Rundgang.

 

Das Kapital als Kunstevent

Es ist eine Biennale der vielen Stimmen, die wie ein Echo aus der Vergangenheit klingen und ihren Widerhall in einer Zukunft mit vielen Gesichtern finden will: Die Kunst soll sich zu den Krisen in der Welt verhalten. Genau diese hat der diesjährige Kurator Okwui Enwezor mit der zentralen Ausstellung „All the World's Futures“ im Blick. Der gebürtige Nigerianer mit US-Pass, Chefkurator des Hauses der Kunst in München und Leiter der Documenta 2002 in Kassel, macht es einem nicht einfach. Schon in den Giardini säumen enthauptete Kolonialisten, weiße Statuen auf hohen schwarzen Sockeln, den Wegesrand. Die indische Künstlergruppe Raqs Media Collective hat die Fragmente von Denkmälern aus Teer und Paraffin nachgeformt. Kolonialgeschichte wohin man schaut, hier trifft sie auf den modernen Hunger nach Öl.

Und auch der mit schwarzen Flaggen wie mit Fledermausflügeln verhangene Eingang des Zentralpavillons macht klar: Hier geht es um eine Welt in Aufruhr. „Blues Blood Bruises“ steht in großen Lettern über dem Eingang, sogleich riecht Krise nach Revolution. Da kann Karl Marx nicht weit sein. „Das Kapital“ steht in einem der Mittelpunkte dieser Biennale, präsentiert im eigens in den klassizistischen Pavillon eingebauten Theaterraum – ganz in Rot, die „Arena“. Entworfen hat sie der afrobritische Architekt David Adjaye. Performt werden hier nun alle drei Bände jenes Werkes, das jeder kennt, aber kaum einer selbst gelesen hat. Als „Oratorio“, 180 Tage lang. Zwei Schauspieler hat der Künstler Isaac Julian an Stehpulten inszeniert. Die Schrift vor sich lesen sie Satz für Satz. Wir lesen mit, auf großen Screens, und werden so Teil einer Klangskulptur, deren Essenz durch die gesamte Großausstellung säuselt – und durch die andere Seite der Biennale: die Macht des Kapitals.

Symbolisches Kapital

Alle Werke, auch die marxistisch postkolonialen, haben ihren Preis. Rund 50 Milliarden Dollar setzt der Kunstmarkt weltweit um, pro Jahr. Grob die Hälfte davon mit zeitgenössischer Kunst. Der Preis eines Kunstwerkes geht natürlich gewaltig in die Höhe, wenn das Werk auf der Biennale ausgestellt wird. Genau darauf setzen all die millionenschweren Galerien und Sammler – auf symbolisches Kapital, das bald zu echtem Kapital wird. Die Botschaft ist oft einerlei. Viele Kritiker haben der diesjährigen Biennale vorgeworfen, zu vollgestopft sei sie – allein um den Marktwert zu steigern. Wie im Supermarkt. Aber ist nicht grenzenlose Vielfalt das Erfolgsrezept des Kapitalismus? Des Kapitalismus, der am Ende alles verschlingt. Auch eine Kunstschau, die ihm den Kampf ansagt.

Entschleunigungsperformance und der Garten der Unordnung

Rotes Theater. c-labiennaleIn dem roten Theater macht derweil der deutsche Konzeptkünstler Olaf Nicolai die Besucher zu richtigen Akteuren einer Performance. Jeder, der will, kann sich einen Rucksack ausleihen, in dem ein Lautsprecher installiert ist. Aus dem tönen Sounds, die an Luigi Nono erinnnern, an dessen Tonaufnahmen von 1969 bei Studentenprotesten vor dem Biennalegebäude. Während man mit dem klingenden Rucksack herumläuft und Besucher mit versteckten Klängen irritiert, wird auf der großen Bühne weiter „Das Kapital“ gelesen. Ist das noch Performance oder doch Theater? „Yes, it's theatre!“ bestätigen Besucher. Aber wenn Theater, dann ein nicht sehr spannendes. Rimini Protokoll hat das „Kapital“ einst eindrucksvoller bearbeitet.

Performances, wohin man schaut und lauscht auf dieser stimmen- und musikreichen Biennale. So auch in den Arsenale. Hat man sich dort vielleicht gerade vertieft in die Betrachtung von Taryn Simons komplexer Blumenbild-Installation „Paperwork, and the Will of Capital“, kann es passieren, dass raue Sopran- und Tenorstimmen plötzlich auf sich aufmerksam machen und einen die Besuchermenge zur Seite schiebt. Ein Vokal-Ensemble verschafft sich Raum, das Chorwerk, das sie singen, hat das puerto-ricanische Künstlerpaar Allora & Calzadilla inszeniert. „In the Midst of Things“ basiert auf einer Dekonstruktion von Haydns „Schöpfung“. Was davon bleibt sind Konsonanten, Vokale, Klangbilder. Wenn sich die Sänger rückwärts durch das Arsenale bewegen, singen sie auch rückwärts. Lange noch sind sie zu hören. Bis zu einer stilleren Ecke, wo der argentinische Künstler und Zeichner Ernesto Ballestros tanzt. Slow Motion. Aber tanzt er wirklich? Sieben Monate wird er hier sein, fünf Tage die Woche sieben Stunden lässt er kleine Leichtflugzeuge fliegen, die Luftlinien zeichnen. Darsteller einer Entschleunigungsperformance.

Begibt man sich zurück zu den Giardini, um dort neben den Nationalpavillons auch den „Garten der Unordnung“, den Garten als Ort der verfehlten Utopien zu besuchen, so stößt man an der Uferpromenande der Riva dei Sette Martiri unweigerlich auf einen Glaskubus mit der Aufschrift „Hope“. Es ist dies der Pavillon der Ukraine. Allein die Tatsache, dass es ihn gibt, ist ein politisches Statement: Oligarch und Mäzen aus Kiew, Victor Pinchuk, hat ihn möglich gemacht, versteht er doch die Ukraine zum Westen hin geöffnet und unabhängig. Er unterstützt die jungen Künstler, die denkwürdige Arbeiten zur Überwachung in ihrer Heimat zeigen. Und später, bei Sonnenuntergang, wird hier nahebei am Ufer der französische Künstler Saádane Afif in einer Speakers-Corner-Performance Worte an die Lagune übergeben.

Pavillons der Nationen

In Venedig auszustellen, ist noch immer so etwas wie nationales Prestiges. Das drückt sich in der stetig wachsenden Zahl „nationaler Pavillons“ aus. Mehr noch als die Gehäuse selbst erweist sich diese Haltung anachronistisch in Zeiten der Globalisierung. Die Biennale ist natürlich internationaler geworden, bedient sich aber weiter der fatalen Idee des 19. Jahrhunderts, die Kunst verkörpere nationale Identität.

Vor zwei Jahren tauschten Deutschland und Frankreich zeichenhaft ihre Pavillons. Diesmal bleibt jeder in seinem Haus. Außer die Kunst, die will ins Freie. Denn im Dreiländereck von deutschem, britischem und französischem Pavillon überraschen zwei über den Kies wandelnde Kiefernbäume auf dicken Wurzelballen. Sie stammen aus einem Wald bei Lyon und performen nun mit dem Titel „Revolution“. Der französische Klangkünstler Céleste Boursier-Mougenot hat die Natur hier so wundersam verwandelt.

Den Blick sollte man losreissen, auch vom Pavillon der Briten, wo knallgelb und frechfrivol eine Skulptur von Sarah Lucas oben auf dem Treppenabsatz phallisch aufragt und in den ebenso gelben Innenraum lockt. Denn auf dem deutschen Pavillon ist was los: Hoch oben auf dem Dach des Baus, der noch die Züge des Nationalsozialismus' trägt, taucht ein Mann auf an der Kante, wirft einen Bumerang in die Luft, und: verschwindet wieder. Testwürfe sind das, wie sich herausstellt, denn unter der sengenden Sonne hat Olaf Nicolai angeblich eine Werkstatt für den Bau von Bumerangs eingerichtet. Man sieht sie nicht. Eine „Schattenökonomie“ werde dort betrieben, wenn man Glück hat, fällt einem ein Bumerang vor die Füße.

Das Dach als Bühne

Deutscher Pavillon. Performance von Olaf Nicolai. c-mgSomit ist auch das deutsche Dach für sieben Monate in eine Performance-Bühne umgewandelt. Die Geschichte des Pavillons scheint abgearbeitet, sodass sich die Künstler nun mit globaleren Themen auseinandersetzen und das Gebäude vom Scheitel bis in seine Tiefen bespielen. Es sind dies noch die Medienkünstlerin Hito Steyrl, der Fotograf Tobias Zielony und das Künstlerpaar Jasmina Metwaly und Philip Rizk aus Kairo, Kurator ist Florian Ebner vom Essener Museum Folkwang. Unter dem Begriff „Fabrik“ hat er Arbeit, Revolte und Migration gefasst. Die Schau ist gar sperrig geraten. Schon der Einstieg ist harte Arbeit, erfolgt über eine enge, sehr steile Treppe auf die eingebaute lichtdurchflutete obere Etage. Auf hellgrauen Wänden zeigt Tobias Zielony „The Citizen“, Flüchtlinge auf Großfotos, die es bis nach Deutschland geschafft haben. Ihre Geschichten sind in einer Zeitung aufgeschrieben, die stapelweise ausliegt. Man kann sie mitnehmen, hinaustragen in die Welt – eine schöne Hommage an das gedruckte Medium jenseits aller bunt bewegten Bilder.

Von hier aus geht es steil hinunter in den dunklen Bauch des Pavillons und hinein in Hito Steyerls gewaltige Videoinstallation, das Motion Capture Studio. In dem mit blauen Lichtbahnen aufgerasterten und bestuhlten Raum zeigt sie eine rasante Mockumentary, eine parodistische Doku-Fiction über die Versuche der Deutschen Bank, die Lichtgeschwindigkeit als Tempo für den Wertpapierhandel einzuführen. Schaubühnen-Schauspieler und Tatort-Kommissar Marc Waschke mimt in der skurril-futuristischen Videoarbeit den Deutsche Bank-Manager komisch slapstickhaft. In Steyerls „Factory of the Sun“ wird das Licht totalitär, durchleuchtet alles.

Will man dann den diesjährigen Gewinnerpavillon besuchen, muss man das Boot besteigen. Den Goldenen Löwen hat Armenien gewonnen. Das ist – angesichts des Völkermords an den Armeniern vor 100 Jahren – natürlich politisch korrekt, lässt aber sogar das Nationenkonzept zeitgemäß erscheinen. Auf der Insel San Lazzaro nahe dem Lido bespielen 16 Diaspora-Künstler das dort ansässige armenische Kloster.

Sounds und Schräges

Zurück auf der schönen Viale Giuseppe Garibaldi, am Wasser neben den Luxusyachten lieferten sich in der Eröffnungswoche Anfang Mai hartgesottene Performance-Künstler einen regelrechten Wettstreit in Drastik, Ausdruckskraft und Authentizität – und das zumeist außerhalb des offiziellen Programms. Sie legen ohne Auftrag und Honorar ihr Können und Wollen dem angereisten Kunstpublikum vor die müden Füße. Etwa eine Frau in signalbelber Burka.

Das Schöne und Besondere dieser Biennale ist indes ihr Sound. In den Arsenale kann man in einem alten Schuppen vom Aussterben bedrohte „indigene Stimmen“ aus Südamerika hören. Und am äußersten Zipfel des Geländes, wo ein kleiner Zollturm in die Festungsmauer übergeht, klingt es plötzlich ganz vertraut aus dem kleinen Raum: das Deutschlandlied – als Kanon, aufgenommen von dem Nigerianer Emeka Ogboh, in Berlin, mit afrikanischen Flüchtlingen in deren Muttersprache. Einfach toll.

In eine ziemlich schräge Idee gelangt man im abgedunkelten Pavillon der Polen: eine Operninszenierung auf Haiti, auf polnisch. Über die Panoramaleinwand läuft eine eigentümliche Kulturbegegnung in folkloristischen Pelzkostümen, steifen Tänzen und Posen. Auf dem Dorfplatz wird Polens älteste Nationaloper „Halka“ aufgeführt, in Cazale, jenem Ort, der heute noch von den Hawaianern als „polnisch“ bezeichnet wird. Hier halfen einst unter Napoleon einige Polen bei der Niederschlagung von Sklavenaufständen. Ihre Nachfahren leben noch immer dort. Regisseur C.T. Jasper erklärt den karibischen Dorfbewohnern, was eine Oper ist, ein Streichorchester und was jetzt gleich passiert. Das ungelernte Opernpublikum wirkt ratlos bis amüsiert ob der geschmetterten Arien. Mopeds knattern durch die Ouvertüre.

Richtige Oper: „Black Norma“

Black Norma, Kara Walker. c-theartistAuch sie gibt es: im Teatro la Fenice. Zum zweiten Mal bezieht die Kunstbiennale Venedigs prachtvolles Opernhaus mit einer Neuproduktion mit ein. Als besonderes Projekt inszeniert die afroamerikanische Künstlerin Kara Walker die Oper „Norma“ von Vincenzo Bellini, und macht auch Bühnenbild und Kostüme. Bekannt geworden ist Walker für ihre eindringlichen Silhouetten mit Szenen von Gewalt und Sex, unter deren Oberfläche, unangenehm und verführerisch, stets die bitteren Demütigungen der Sklaverei und ihre Nachwehen durchscheinen. Die Scherenschnitte reichert sie mit Zeichnungen, Collagen, Schattenanimationen, Projektionen und Filmen an. Kara Walker nennt sich selbstironisch „eine befreite Negerin“.

Sozusagen last minute wurde ihr als Co-Regisseurin Ann Christin Rommen, langjährige Mitarbeiterin von Robert Wilson, an die Seite geholt. Denn Kara Walker ist im Regieführen eine Debütantin, sie hat bisher noch nie am Theater gearbeitet. Die Proben im La Fenice laufen gerade auf Hochtouren. „Kara Walker ist ein stark visueller Mensch“, sagt Rommen in Venedig bei den Biennale-Previews. Entsprechend skulptural gehe sie auch in der „Black Norma“ vor. Walker zeige die Figur als afrikanische Hohepriesterin, die dem italienischen Eroberer verfallen ist. „Das Konzept geht auf“, sagt Rommen. Walker greife mit ihrer Bildsprache auch den Einfluss der naiven Kunst auf die Künstler des 20. Jahrhunderts wie Picasso auf. Eine überdimensionierte, afrikanische Maske ist das zentrale Bühnenelement. Die vielen Zeichnungen, die Walker fertige, werden in den Ateliers des Theaters jedenfalls sehr geschätzt. „Allerdings hat sie es aufgegeben, den ganzen Chor schwarz anzumalen“, schmunzelt Rommen. Nur noch das Gesicht werde – in Anlehnung an zentralafrikanische Masken – kalkig weiß bemalt. Es gibt nur sechs Vorstellungen, alle sind ausverkauft.

Crossover und die Grenzen

Überall Stimmen und Musik also, perfomende Menschen. Zu welchem Preis die flüchtige Kunstgattung Performance den Besitzer wechselt, sei dahin gestellt. Auf jeden Fall erfährt sie seit einiger Zeit eine immense Crossover-Erweiterung. Aus den Ursprüngen des Flux und „Happening“ der 60-er und 70-er Jahre ist sie längst entwachsen. Ob als Installation oder Lesung – in Venedig trifft man auf ein buntes Spektrum an grenzüberschreitenden Arbeiten. Und plötzlich stellte sich dann doch die Frage nach ihren Grenzen: Ist ein Kunstraum noch Kunst, wenn man darin beten kann? Denn der Schweizer Künstler Christoph Büchel hatte – als Pavillon seiner Wahlheimat Island – mit seiner Installation „The Mosque“ die seit 40 Jahren ungenutzte Kirche Santa Maria della Misericordia in eine Moschee umgebaut. Das Publikum war begeistert – und auch die kooperierende muslimische Gemeinde Venedigs, denn sie darf in der Altstadt keine Moschee betreiben. Am 22. Mai hat die Stadt Venedig diesen Kunstraum geschlossen, aus Sicherheitsgründen.

Nun ist die hitzige Anfangsphase der Biennale vorbei und auch wenn die Performances rarer werden – sieben Monate, das halten nur wenige durch – gibt es in der „Arena“ weiter „Das Kapital“, Arbeiterlieder und Text-Sounds. Und ab Juli fasziniert dann Joan Jonas, die 78-jährige Performancekünstlerin aus den USA, im amerikanischen Pavillon mit musikalisch-schamanenhaften Ritualen die Besucher. Anregungen für interdisziplinäre Theaterbegeisterte gibt es bis November also genug. Auch der zukünftige Chef der Berliner Volksbühne, Chris Dercon, wurde mehrfach gesehen. Was sich wohl ab 2017 von dieser theatral inspirierenden Biennale-Kunst in Berlin wiederfinden wird?

 


ART
KÜNSTLER
KALENDER
Beliebte Beiträge
ABOUT US
Kontakt
Mission Statement
About us
nurart.org RUBRIKEN Reviews Venedig Biennale 2015


© 2010 nurart.org